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Autobahn: Pannenstreifen als dritte Fahrspur?

Autobahn Pannenstreifen dritte Fahrspur
(c) APA (Guenter R. Artinger)
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Die Asfinag will künftig bei Verkehrsüberlastung den Pannenstreifen für den Verkehr freigeben. Videokontrolle, Überkopfwegweiser und Pannenbuchten müssten dafür errichtet werden.

Die Asfinag will ihr Konzept, Pannenstreifen auf Autobahnen im Bedarfsfall freizugeben, bis Ende des Jahres vorlegen. Das sagte Unternehmenssprecherin Klaudia Niedermühlbichler am Dienstag. Man prüfe die Überlegung an zwei konkreten Teststreckenabschnitten.

Bei Verkehrsüberlastung könnte man künftig, wenn sich das Konzept als realisierbar erweist, den Verkehr am Pannenstreifen kurzfristig freigeben. "Dazu müssen Verkehrsbeeinflussungsanlagen vorhanden sein, um Lenker auf die Freigabe aufmerksam zu machen", erklärte die Sprecherin. Außerdem benötige man Überwachungsanlagen, um rasch reagieren zu können, wenn sich ein Stau aufbaut. Realisiert werden könnte die Maßnahme nur durch eine Änderung der Straßenverkehrsordnung. Und nicht zuletzt müsse in den betroffenen Abschnitten alle 500 Meter eine Rettungsbucht vorhanden sein.

Zwei Teststrecken

Die Asfinag testet auf zwei konkreten Streckenabschnitten: auf der Mühlkreis-Autobahn (A7) vom Knoten Linz bis zur Salzburger Straße und auf der Ostautobahn (A4) vom Knoten Prater bis zum Knoten Schwechat. Man werde sich genau anschauen, wie viel Verkehrsleistung notwendig sei, damit sich die Möglichkeit einer Freigabe des Pannenstreifens überhaupt rentiert, sagte Klaudia Niedermühlbichler.

Autofahrerclubs dafür

ARBÖ, ÖAMTC und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) stehen dem Vorschlag, Pannenstreifen auf Autobahnen im Bedarfsfall freizugeben, offen gegenüber. Die zeitweise Freigabe auf bestimmten Strecken sehen die Autofahrerclubs unproblematisch, sofern die Verkehrsteilnehmer klar informiert werden. Klassische Beispiele sind die Stadtein- und -ausfahrten zu Stoßzeiten.

"Auf der A22 von Stockerau nach Wien vor der Auffahrt Nordbrücke, und auf der A4 vom Flughafen nach Wien vor der Auffahrt Praterbrücke ist der längere Ausfahrstreifen auf zwei Kilometern bereits Praxis", so ÖAMTC-Verkehrsexperte Willi Matzke. Auf längeren Strecken dürfe man den Pannenstreifen jedoch auf keinen Fall freigeben. Vor einigen Jahren habe man dies zwischen St. Pölten und Böheimkirchen praktiziert, wo sich dann einige schwere Unfälle ereignet hätten. ARBÖ-Pressespecherin Lydia Ninz erhebt "keine Einwände gegen die Öffnung des Pannenstreifens, wenn sie zeitweise auf kurzen Straßenabschnitten erfolgen und wenn die Dauer klar kommuniziert wird".

Burgenlands SP will Pilotversuch

Der Vorstoß der Asfinag sorgt unter burgenländischen Politikern für Diskussionen. "Auf der A4 könnte ein Pilotversuch durchgeführt werden. Das wäre begleitet von den nötigen Sicherheitsvorkehrungen eine sinnvolle Sofortmaßnahme zur Entlastung dieser hochfrequentierten Verkehrsroute", teilte SP-Klubobmann Christian Illedit mit. Rudolf Strommer, Klubobmann der VP, sprach sich gegen eine derartige Änderung auf dem burgenländischen Streckenabschnitt der Ostautobahn aus. Er könne sich diese "Schmalspurvariante nicht als Fahrspur vorstellen".

(APA)