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Topmodel

Greta Elisa Hofer: Von Tirol in die große Modewelt

Zugezogen. Seit letztem Frühling lebt Hofer in Wien, im Herbst begann sie ihr Doppelstudium.Yannick Schuette
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Ein Exklusivvertrag mit Prada brachte die internationale Modelkarriere der jungen Tirolerin Greta Elisa Hofer auf den Weg: Eine außerordentliche Erfolgsgeschichte, die im Lockdownjahr begann.

Knapp 13 Minuten Videomaterial, 40 Looks – und ein neu aufgeschlagenes Kapitel Modegeschichte: So lässt sich die Präsentation der ersten von Miuccia Prada und Raf Simons gemeinsam entworfenen Kollektion umreißen, die im September 2020 in der Fondazione Prada in Mailand vorgestellt wurde. Ohne Pu­blikum vor Ort, dafür waren umso mehr Zuseher über das Internet und soziale Medien zugeschaltet – allein im YouTube-Kanal von Prada haben sich bis heute zweieinhalb Millionen Menschen die Präsentation dieser ersten kodesignten Damenkollektion der Brand angeschaut.

Neben diesem „Fashion Moment“ in großem Maßstab fand in dem mit gelben Stoffbahnen ausgeschlagenen Kubus mit unzähligen Kameraarmen aber auch eine Weltpremiere in kleinerem Zusammenhang statt, nämlich das internationale Modeldebüt einer jungen Tirolerin. Beeindruckender hätte diese Karriere kaum starten können, und so zählt Greta Elisa Hofer seit Ausstrahlung des Kollektionsvideos zu den begehrtesten neuen Gesichtern. Ein Exklusivvertrag mit Prada sorgte fürs Erste dafür, dass die 21-jährige Wahlwienerin mit keiner anderen Marke in Verbindung gebracht werden kann – im Hintergrund dürften sich aber schon längst Warteschlangen anderer Interessenten bilden.

Anfangs keine große Sache

Im letzten Frühling ist Greta Elisa Hofer, die in Steinach am Brenner aufwuchs und in Innsbruck maturierte, nach Wien umgezogen, ihr Doppelstudium in Kunstgeschichte und Vergleichender Literaturwissenschaft begann sie im Herbst: „Der Zeitpunkt war ein bisschen ungünstig, um in der neuen Stadt anzukommen“, blickt sie auf das vergangene Jahr zurück. Ihren ersten Modelvertrag mit einer Innsbrucker Agentur unterschrieb sie, als sie schon nach Wien umgezogen war. Dass quasi unmittelbar danach der internationale Durchbruch kommen würde, war da noch nicht abzusehen. „Ich hätte mir nie gedacht, dass so schnell so viele Anfragen kommen würden. Anfangs war das keine große Sache für mich, aber sie ist sehr schnell zu etwas Riesigem und sehr Tollem geworden“, so Hofer, die gerade wieder für die „phygitale“ (ein neues Mischlehnwort aus „digital“ und „physisch“) Mailänder Modewoche auf Achse ging und dort ihren „Pflichtauftritt“ im neuen Video von Prada absolvierte.

„Rückblickend ist es fast absurd, dass ich bisher nur ein Casting für nur eine Show hatte, das dafür gleich bei Prada“, bringt Hofer es auf den Punkt. Die Vereinbarung, zunächst für keine andere Marke tätig zu werden, führte zu einem Paradox: Denn wegen dieser Verpflichtung wurde Hofer schlagartig zum gefragten Model; zugleich müssen sich Mitanbieter, die sie ebenfalls buchen wollen, noch gedulden. „Die vereinbarte Exklusivität hat meinen Start vielleicht ein bisschen gebremst, weil ich darum ja keine Möglichkeit hatte, andere kommerzielle Jobs anzunehmen.“