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WIEN: GEPLANTE CORONA DEMONSTRATIONEN
Ihre Meinung

Mitreden: Wie gefährlich sind die Corona-Demos?

Am Wochenende gingen wieder viele gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung auf die Straße, um zu protestieren. Auch die FPÖ war dabei. Wie stehen Sie zu den Corona-Demos? Verstehen Sie die Anliegen der Protestierenden? Diskutieren Sie mit!

Rund 20.000 Personen demonstrierten am Wochenende in Wien gegen die Maßnahmen in der Coronakrise, zahlreiche Teilnehmer kamen aus den Bundesländern. Die Demos liefen teilweise aus dem Ruder, Beamte wurden verletzt, Teilnehmer einer anderen Veranstaltung eingekesselt. Die meisten Verstöße gab es wegen Nicht-Einhaltung der Corona-Regeln. Die Polizei setzt weiter auf Deeskalation und meinte: „Wir haben unsere Ziele erreicht“. Mehr dazu berichtet Manfred Seeh.

Scharfe Kritik gab es aber an FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl, der am Wochenendende bei einer Kundgebung auftrat. Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Reinhard Zimmermann, erklärte, Kickl habe "Öl ins Feuer“ gegossen, die Stimmung "angeheizt".

Woher rührt die Skepsis der FPÖ gegen die Corona-Maßnahmen? Darüber hat sich „Presse"-Innenpolitikchef Oliver Pink in einem Leitartikel Gedanken gemacht. So gebe es zum einen eine skeptische Haltung zum Impfen: „Wahrscheinlich ist da doch noch so eine Art darwinistisches Denken vorhanden: Der Starke setzt sich ohnehin durch". Außerdem schreibt er, dass Kickls „Ressentiments gegenüber der Pharmaindustrie“ und gegen Israel unüberhörbar waren.

Auf diesen Aspekt weist auch Maram Stern vom Jüdischen Weltkongresses (WJC) hin: „Menschen aus unterschiedlichen Bildungsschichten glauben tatsächlich den in sozialen Medien kursierenden Lügen, wonach Juden das Virus absichtlich verbreitet hätten." Dies würde sich auch bei den Corona-Demonstrationen zeigen.

Während die einen die Corona-Demonstrationen als gefährlich ansehen, ärgert andere eher, dass Kundgebungen untersagt werden. Das dürfe nicht geschehen, schreibt etwa Jurist Alexander Somek in einem Gastkommentar. Denn: „Vor dem liberalen Rechtsstaat ist die öffentliche Gesundheit allein kein legitimes Eingriffsziel, so wenig wie das Vermeiden von Ansteckung. Wären sie es, wäre unsere Gesellschaft nicht frei."

Unglücklich mit der aktuellen Situation ist auch Gastautorin Martina Scheuringer. Unbehagen empfindet sie etwa beim „Diskreditieren aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Demonstrationen gegen Regierungsmaßnahmen, indem man darauf hinweist, dass daran auch Rechtsextreme teilnehmen.“ 

Der katholische Publizist Martin Kolozs schreibt in einem Gastkommentar: „Der Großteil dieser besorgten, verängstigten, mit ihren Anliegen im Stich gelassenen und oftmals ungehörten Bürgerschaft sind keine Verschwörungstheoretiker, Querdenker oder Neue Rechte.“ Es seien Menschen, denen es „um ihre berufliche Zukunft, ihre Familien und Verwanden, ihre Freunde und Mitmenschen, ihre Kultur und Wirtschaft, ihr gewohntes, normales Leben geht."

(sk)

Diskutieren Sie mit: Wie soll auf die Corona-Demonstrationen reagiert werden? Wie wird sich die Lage in den kommenden Wochen entwickeln? Verstehen Sie die Anliegen der Protestieren? Oder ärgern Sie sich über die Demos?