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Otto Schenks Abschiedsauftritt: „Sterben auf der Bühne gelingt mir noch"

Otto Schenk 2019 bei einer Fotoprobe von 'Der Kirschgarten'.
Otto Schenk 2019 bei einer Fotoprobe von 'Der Kirschgarten'.APA/HERBERT NEUBAUER
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Es werde keine Live-Auftritte von ihm mehr geben, sagte der große Unterhalter gegenüber „News". Die TV-Aufzeichnung des „Kirschgarten“ sei ein Test gewesen, „ob es überhaupt noch möglich ist“.

Auf die Frage, was die größte Schwäche des Alters sei, sagte Otto Schenk vor einem Jahr: „Die Unbeweglichkeit“. Nun ist sie auch der Grund, warum es keine weiteren Bühnenauftritte mehr von ihm geben wird: Die TV-Aufzeichnung von Amelie Niermeyers "Kirschgarten"-Inszenierung aus dem Theater in der Josefstadt (morgen, Freitagabend, auf ORF III zu sehen) sei sein letzter gewesen, sagt er im neuen "News". Die Premiere fand übrigens 2019 statt, mit einem grandiosen Otto Schenk in der Rolle des gebrechlichen alten Dieners Firs.

"Ich kann ja nicht mehr gehen. Auf der Bühne muss man sich bewegen können, und das kann ich rein physisch nicht mehr. Nur noch hoppeln. In der Rolle hab ich das noch benützen können: durch eine Welt taumeln, die es für mich kaum mehr gibt", sagt der 90-Jährige.

„Sterben auf der Bühne gelingt mir noch"

Die TV-Aufzeichnung "war ein Test, ein Versuch, ob es überhaupt noch möglich ist", so Schenk. "Meine Todesszene wurde vorweg aufgezeichnet, was sehr angenehm war. Sterben auf der Bühne gelingt mir noch, aber das Risiko war, dass diese eine Szene wirklich erspielt werden muss. Die anderen Szenen hätte man noch während des Probens streichen können."

Nicht ganz ausschließen will der Publikumsliebling, noch die eine oder andere seiner beliebten Lesungen halten zu können: "Die Leute hören mir zu, wenn ich auftrete, und aufs Podium kann ich noch geführt werden." Vor kurzem wurden laut "News" Otto Schenk und seine Frau Renée zum zweiten Mal geimpft.

>> Otto Schenk im Gespräch mit der „Presse": „Ich bin ein Menschenfresser“

„Wir sind Tag und Nacht beisammen"

Seine Frau sei ständig bei ihm, auch wenn sie kaum mehr spreche und viel schlafe bedeute ihm das sehr viel. "Wir haben beschlossen, den schönsten Sommer unseres Lebens zusammen zu verbringen. Wir sind Tag und Nacht beisammen. Das g'fallt uns so gut." Das Ehepaar werde zu Hause sehr gut betreut, sagt Schenk. "Ich genieße das sehr, und ich genieße, dass das Theater vorbei ist. So wie der Betrieb jetzt ist, so wie es verlangt wird, das könnte ich nicht mehr mitmachen."

(APA)