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EU

Liefermengen und Impfquote: Woher die Ungleichheit rührt

Bundeskanzler Kurz prangert die Verzerrung der Liefermengen in der EU an. Die Kluft bei der Impfquote hängt mit einem Basar um Restmengen und Unterschiede in der Impfeffizienz zusammen.

Wien/Brüssel. Da stimmt etwas nicht. Die Impfquoten in der EU und die Liefermengen je Land entfernen sich zunehmend von der einst vereinbarten Verteilung von Impfstoffen entsprechend dem jeweiligen Bevölkerungsanteil. Bundeskanzler Sebastian Kurz hat das am Freitag thematisiert. Da die Zahlen seit Wochen eine deutliche Kluft belegen, will Kurz nun gemeinsam mit anderen Regierungschefs dagegen vorgehen. „Die Presse“ ging den Ursachen nach und verglich Liefermengen und Impfeffizienz in den EU-Ländern.

Fazit: Es gibt Unterschiede, doch die liegen vor allem in der Entscheidungsmacht der Mitgliedstaaten und nicht bei der EU. Kurz muss also in der eigenen Verwaltung nach den Verantwortlichen für die Verzerrung suchen.

Die EU-Kommission bestätigt zwar eine Verzerrung bei den Liefermengen, sie weist jedoch jegliche Verantwortung von sich. Brüssel hat die Vorbestellungen organisiert, die exakt nach einem Bevölkerungsschlüssel den Ländern zugewiesen wurden. Über die konkrete Abrufung der jeweils für die gesamte EU zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen entscheidet allein die Steuergruppe aus Ländervertretern. In dieser Gruppe, in der der Österreicher Clemens Martin Auer als Co-Vorsitzender agiert, kommt es regelmäßig zu einem Basar um jene Zahl an Impfstoffen, die von Mitgliedstaaten nicht abgerufen wurden. Und deren Ausmaß geht mittlerweile in die Hunderttausende. Bulgarien sowie weitere osteuropäische Länder haben bereits von Beginn an auf Lieferungen des eher teuren Impfstoffs von Pfizer/Biontech verzichtet. Einige dieser Länder dürften Probleme haben, die Logistik für das besonders tief zu kühlende Vakzin bereitzustellen.