Impfstoffe

Österreich entgingen bei Zusatzbestellung rund 100.000 Dosen

++ THEMENBILD ++ CORONA: LOKALAUGENSCHEIN IMPFUNG - LAGERUNG UND AUSLIEFERUNG DES IMPFSTOFFS VON BIONTECH/PFIZER
++ THEMENBILD ++ CORONA: LOKALAUGENSCHEIN IMPFUNG - LAGERUNG UND AUSLIEFERUNG DES IMPFSTOFFS VON BIONTECH/PFIZERAPA/HELMUT FOHRINGER
  • Drucken

Aus dem Reservetopf der EU-Länder hätten so also noch einmal 50.000 Menschen geimpft werden können. Insgesamt hat Östereich bis dato 30,5 Millionen Impfdosen geordert.

Österreich hätte über einen Reservetopf rund 100.000 Impfdosen mehr für das zweite Quartal bestellen können. So bezifferte das Gesundheitsministerium jene Menge, die nicht abgerufen wurde, weil der zuständige Spitzenbeamte Clemens Martin Auer eine Information an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) unterlassen hatte. Dabei habe es sich um eine mögliche Zusatzbestellung über die schon georderten 30,5 Mio. Impfdosen hinaus gehandelt.

Auer habe in einem zweiten Zuweisungsverfahren von BioNTech/Pfizer nicht weitergegeben, dass es in einem zweiten Topf nicht abgerufene Mengen gegeben habe. Im Gesundheitsministerium habe man nun erhoben, dass es sich dabei um rund 100.000 Dosen gehandelt habe, die Österreich abrufen hätte können. Aus dem Reservetopf der EU-Länder hätten so also noch einmal mindestens 50.000 Menschen geimpft werden können.

Freilich sei die Zahl aber mit Vorbehalt zu sehen, weil sie auch davon abhängig war, wie viel andere Länder aus diesem zweiten Topf abriefen. Der Reservetopf speise sich aus von den Mitgliedsstaaten nicht beanspruchten Impfdosen und sei daher beschränkt.

5,8 Millionen Dosen für zweites Quartal

Für das zweite Quartal habe Österreich bei BioNTech/Pfizer und Moderna insgesamt 4,6 Mio., bei AstraZeneca 1,2 Mio. bestellt, also insgesamt 5,8 Mio. Impfdosen. Insgesamt umfasst das österreichische Impfstoffportfolio bis dato 30,5 Millionen Dosen. Im Detail sind das: 5,9 Millionen von AstraZeneca, 2,5 Millionen von Johnson&Johnson, 11,1 Millionen von Biontech/Pfizer, drei Millionen von CureVac, 4,7 Millionen von Moderna, 1,9 Millionen von Novavax und 1,2 Millionen von Valneva sowie 200.000 von Sanofi. Die Kosten dafür liegen bei 388,3 Millionen Euro.

Mit Stand Montag sind laut Daten der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC insgesamt 1,37 Mio. Impfdosen an Österreich geliefert worden. Gegliedert nach Hersteller: 875.745 von BioNTech/Pfizer, 369.600 von AstraZeneca und 122.400 von Moderna. Davon wurden rund 981.000 verimpft, was in etwa 72 Prozent der gelieferten Menge entspricht.

Laut Finanzministerium wurden bisher 53 Millionen Euro für Corona-Impfstoff freigegeben. Bis Ende 2020 waren es rund 22 Mio. Euro, im laufenden Jahr bis dato 30,9 Mio. Euro. Zudem hielt man im Finanzministerium fest, dass bisher Anfragen für Budget-Freigaben des Gesundheitsressorts für Impfstoffe "innerhalb weniger Tage" erfolgten. Das Gesundheitsressort habe für heuer 120 Millionen für die Beschaffung von Impfstoffen in seinem Budget angemeldet. Darüber hinaus stünden im Covid-Fonds bis zu 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung, auf die bei Bedarf zugegriffen werden könne.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren

Kurz und Rudolf Anschober bei der PK zum Start der Impfung im vergangenen Dezember.
Corona

Nach dem Impfstreit: Wer was wann wusste

Warum Österreich rund 100.000 Impfdosen entgingen, die EU-„Restbörse“ kein Geheimnis war, Spitzenbeamter Clemens Martin Auer dennoch gehen musste: Ein Überblick.
Die Bundesländer immunisieren die Bevölkerung unterschiedlich: Salzburg impft seit 19. Februar in der Impfstraße am Messegelände.
Pandemie

Föderales Impfen schürt Gefühl der Ungerechtigkeit

Unterschiedliche Prioritäten und Logistiken, kein Überblick über Daten: Gesundheitsökonom Thomas Czypionka erklärt, warum mehr Zentralismus besser wäre.
Clemens Martin Auer wird aus dem EU-Impfgremium abgezogen
Impfstoffbeschaffung

Türkis-grüner Zwist: Anschober zieht Impf­koordinator Auer ab

Nach scharfer Kritik vom Bundeskanzler verliert Clemens Martin Auer seinen Posten als Österreich-Vertreter im EU-Impfgremium. Ihm folgt die Direktorin für öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, nach.
Frans Timmermans.
Pandemie

EU-Kommission räumt Fehler bei Beschaffung von Impfstoffen ein

Kommission-Vize Frans Timmermans ortet solche Probleme allerdings auch auf Ebene der Staaten.
Vorzeitiger Impfstopp

Deutschland, Frankreich und Italien setzen Impfung mit AstraZeneca aus

Während am Montag weitere EU-Staaten eine Impfung mit AstraZeneca aussetzten, will Österreich die Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde abwarten. Diese wird in Bälde erwartet.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.