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Start-up

Bitpanda ist jetzt ein „Einhorn“

Paul Klanschek und Eric Demuth haben Bitpanda 2014 gegründet.Clemens Fabry
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Durch eine neue Finanzierungsrunde wurde das österreichische Unternehmen, das vor allem als Kryptobörse bekannt ist, mit 1,2 Milliarden Dollar bewertet. Künftig will man auch Aktienhandel anbieten.

„Einhörner“ nennt man aufstrebende Start-ups, die bereits mehr als eine Milliarde Dollar wert sind, bevor sie überhaupt an die Börse gehen. Der deutsche Onlinehändler Zalando war einst ein solches. Oder der Essenszusteller Delivery Hero. Nun hat auch Österreich ein Einhorn: Das Fintech Bitpanda hat eine Finanzierungsrunde über 170 Millionen US-Dollar abgeschlossen und kommt damit insgesamt auf eine Bewertung von 1,2 Mrd. Dollar. Das Geld kommt unter anderem vom US-Unternehmen Valar Ventures, das von Andrew McCormack, James Fitzgerald und Peter Thiel gegründet wurde.

Handel mit Bitcoin und Gold

Bitpanda gibt es seit 2014, es wurde von Eric Demuth, Paul Klanschek und Christian Trummer gegründet. Die Plattform bietet den Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum & Co an. Kunden können die digitalen Vermögenswerte kaufen, verkaufen oder auf eigene Wallets (digitale Geldbörsen) legen. Sie können auch Sparpläne abschließen oder in Krypto-ETFs (Fonds) investieren, die die jeweils führenden Kryptowährungen enthalten. Auch der Handel mit Gold, Silber und anderen Rohstoffen ist auf Bitpanda möglich. Seit Kurzem kooperiert das Unternehmen auch mit dem Kreditkartenanbieter Visa: Eine eigene Debitkarte ermöglicht es, mit den Kryptowährungen oder Edelmetallen, die man bei Bitpanda hält, im Handel zu bezahlen.

Bitpanda profitiert von der wachsenden Beliebtheit von Kryptowährungen. Im Jahr 2014 kostete eine Bitcoin-Einheit etwa 500 Dollar, voriges Wochenende waren es 60.000 Dollar, am Dienstagnachmittag 55.000 Dollar.

Erst im September hat Bitpanda bei einer Finanzierungsrunde 50 Millionen Dollar erhalten. Inzwischen hat das Unternehmen seine Erlöse gesteigert. In den ersten beiden Monaten 2021 erzielte man mehr Umsatz als im Gesamtjahr 2020. Die Anzahl der registrierten Nutzer ist seit September von 1,3 Millionen auf zwei Millionen gewachsen, Bitpanda ist in mehreren Ländern tätig.

Ab April will Bitpanda auch den Handel mit Aktien-ETFs (börsegehandelten Fonds), Aktien und Aktienteilen anbieten. Konkrete Pläne für einen späteren Börsegang verfolge man zwar noch nicht, sagte Paul Klanschek zur „Presse“. Man wachse aber rasch, und viele Konkurrenten hätten einen solchen Schritt schon getan. Bitpanda unterscheide sich von anderen Anbietern dadurch, dass man vom Kryptohandel komme und erst in einem zweiten Schritt auch Aktienhandel anbiete. Kryptoanleger seien es gewohnt, sieben Tage die Woche 24 Stunden täglich handeln zu können, zudem würden sie auch Teile von Kryptowährungen kaufen (eine ganze Bitcoin-Einheit kostete zuletzt 46.000 Euro). Das wolle man auch Aktienanlegern anbieten.

Zielgruppe: Neue Aktionäre

Zielgruppe seien aber nicht nur bestehende Kunden, sondern auch neue. In Österreich und Deutschland hätten nur sehr wenige Menschen Aktien, hier gebe es Nachholbedarf, und Bitpanda hofft, mit einfachen Einstiegsangeboten punkten zu können. Der Aktienhandel selbst soll gratis sein, Bitpanda will aber an einem Spread (Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) verdienen. In einem ersten Schritt will man einige beliebte Aktien sowie ETFs auf große Indizes anbieten, das soll aber schnell ausgeweitet werden.

Wie viele neue Kunden der Einstieg in den Aktienhandel bringen wird, ist noch offen. Einige Hunderttausend Kunden hätten sich aber bereits vorangemeldet, seit man die Schiene bewerbe.