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"Gottes Plan" heißt hier: kein Sex

Nein zur Homosexualität: Papst Franziskus ist bei aller Willkommenskultur von dieser Lehre nie abgerückt. Hier lassen Aktivisten in Buenos Aires ihn auf einer Gay-Pride-Parade mitmarschieren.(c) Imago
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Jeder heterosexuelle Fassadenkatholik hat es in der Kirche besser als ein tief gläubiger Homosexueller. Ausufernde Papstmilde ändert nichts daran.

Wie viele getaufte Katholiken in Europa sind geschieden und wieder verheiratet? Wie viele leben in einer Beziehung, finden aber bei großen Schwierigkeiten eine Trennung in Ordnung? Wie viele Menschen wollen in ihrer Beziehung keine Kinder? Wie viele haben Sex ohne Ehe? Vermuten wir mal: Die überwältigende Mehrheit getaufter Katholiken in Österreich lebt in oder befürwortet derartige „sündhafte" Verhältnisse. Sündhaft - denn nach wie vor verdient der Kirche zufolge nur eine Art Verbindung den Segen Gottes: wenn sie unauflöslich ist und auch dem Zweck dient, Kinder in die Welt zu setzen. Wenn Homosexuelle für ihre Partnerschaft also nicht den Segen der Kirche haben können, wie die Glaubenskongregation nun wieder einmal bekräftigt hat, sind sie in mannigfacher Gesellschaft.

Die meisten Heterosexuellen können damit gut leben. Sie mögen über die Unauflöslichkeit der Ehe oder Kinder denken, wie sie wollen - nicht nur der Segen der Kirche, auch das Sakrament, der Gang vor den Altar steht ihnen offen, ein Mal zumindest im Leben. Selbst wenn sie diesen Gang vor allem des hübschen Brimboriums wegen gehen.

Dieser Glaube heißt Grausamkeit

Diese Fassadenreligion, diese kollektive Doppelmoral und Heuchelei bleibt Homosexuellen verwehrt. Jeder heterosexuelle Taufscheinkatholik hat es besser als homosexuelle gläubige Katholiken, die der Lehre der Kirche folgen wollen. Und dort gesagt bekommen, dass sie dem Plan Gottes nur entsprechen, wenn sie auf eine auch körperlich erfüllte Beziehung zu einem anderen Menschen verzichten.

Gut, solche Menschen sind in Europa eine vermutlich zahlenmäßig äußerst geringe Spezies; und man kann sich auch fragen, warum sie einer Gemeinschaft, die solches lehrt, nicht einfach den Rücken kehren.  Aber solange sie es nicht tun, solange sie sich als Teil der Kirche fühlen und an den Gott glauben, den diese verkündet, sind die Folgen für sie tragisch.

Da kann der Papst die Unterscheidung von Sünder und Sünde noch so weit treiben, wie er innerhalb der kirchlichen Lehre nur irgendwie kann, noch so viel Wertschätzung und Aufmerksamkeit Homosexuellen gegenüber demonstrieren und predigen. Seine ganze Milde ändert nichts daran, dass die Lehre, für die er steht, einem Teil der Gläubigen gegenüber einfach nur Grausamkeit ist.