Auf Ö1 moderiert der Ex-Operndirektor die neue Gesprächsreihe "Apropos Musik". Erster Gast war ORF-General Alexander Wrabetz, der ihn mit U2 aufs Glatteis führte. Zu hören ist die Sendung am Sonntag.
Gleich zum Auftakt hat sich der ehemalige Direktor der Staatsoper Ioan Holender Alexander Wrabetz eingeladen, "damit man den Generaldirektor des ORF einmal von einer anderen Seite erleben kann". Vor allem von der musikalischen. Sein "Apropos Musik", das Holender "cirka ein Jahr lang" für Ö1 mit prominenten Gästen moderiert, sei "kein Talk", wie Holender im Gespräch mit der "Presse" betont. Er halte nichts von Anglismen: "Ich würde nie talken, ich will sprechen." Über die Musikvorlieben seiner Gäste, deren CD-Sammlung, Lieblingsstücke, erste Erlebnisse.
Mit dem deklarierten Opernfan Wrabetz wird nicht nur über Anna Netrebko gesprochen (Wrabetz hat eine Netrebko-Arie aus der Saatsopern-Produktion von Jules Massenets "Manon" im Gepäck), sondern - auch über Anglismen. Weil der ORF-General akustisch nämlich nicht nur dem klassischen Fach huldigt, führte er bei der Aufzeichnung der Sendung Anfang September im Radiokulturhaus Gastgeber Holender mit seinem Faible für die irische Rockband U2 aufs Moderatoren-Glatteis. "Das Publikum und Wrabetz haben über mich gelacht, als ich ,U Zwei' gesagt habe. Aber ich habe ja nicht gewusst, wie man das ausspricht", lacht Holender, der mit dem Debüt recht zufrieden ist: "Es wird eine lockere, ganz lustige Sendung." Zu hören am Sonntag um 15.05 Uhr in Ö1.
250 Personen waren bei der Aufzeichnung im Radiokulturhaus mit dabei. Für Holender eine Herausforderung: "Man sitzt vor so vielen Leuten, aber man muss beim Gespräch an die Zuhörer im Radio denken." Einmal im Monat wird Holender einen Gast einladen - bis Jahresende stehen die Gesprächspartner bereits fest: Im Oktober kommt Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann, im November Kabarettist Andreas Vitasek und im Dezember Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.
"Wir reden darüber, welche Musik die mögen und ob sie schon einmal in ihrem Leben in der Oper waren. Und wir spielen etwa eine halbe Stunde lang Musik, die der Gast ausgewählt hat." Und das ohne Kompromisse, wie Holender betont. Nicht nur eine Callas-Arie, die Wrabetz aus seiner Sammlung mitgebracht hatte. "Es kann auch Jazz, Chorgesang, Folklore oder sogar Volksmusik sein - egal was."
"Apropos Musik" mit Ioan Holender, Sonntag um 15.05 Uhr in Ö1