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Italien: Die Ewige Stadt fürchtet um ihre Palmen

Italien Ewige Stadt fuerchtet
(c) AP (DAMIAN DOVARGANES)
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Exotischer Käfer breitet sich explosionsartig aus und richtet großen Schaden an. Bis zum Jahr 2015, so fürchtet das städtische Gartenamt, werden Roms rund 6000 Palmen verschwunden sein.

Rom (doe). Der Tod kommt langsam und ganz leise: Zuerst verfärben sich die Spitzen, dann verdorren sie. Am Ende haben die Bäume ihr sattes Dunkelgrün verloren, die dürren Wedel schlagen trostlos im Wind – so wie an der Promenade von Ostia, wo Roms Hausstrände liegen. Auch in die 30 Kilometer landeinwärts gelegene Ewige Stadt hat der Palmentod Einzug gehalten.

Nur dreieinhalb Zentimeter lang wird der Rote Rüsselkäfer, auch Palmrüssler und wissenschaftlich Rhynchophorus ferrugineus genannt, doch die gefräßigen Sechsbeiner bedrohen ein Wahrzeichen des Mittelmeerraumes, das viel mehr als ist nur ein einfacher Baum. In Rom wurde – wie in anderen Mittelmeerstädten – eine Task-Force gebildet, doch angesichts der Schäden, die die Tiere während der Sommermonate angerichtet haben, sind die Experten ratlos. Bis zum Jahr 2015, so fürchtet das städtische Gartenamt, werden Roms rund 6000 Palmen verschwunden sein. Ein wirklich wirksames Gegenmittel wurde noch nicht gefunden, weder mit harter Chemie noch mit sanften Mitteln ist den Käfern beizukommen.

 

Produkt der Globalisierung

Das Palmensterben ist ein Produkt der Globalisierung: In den 90er-Jahren wanderten die ersten Exemplare des ursprünglich aus Asien stammenden Palmrüsslers über Nordafrika in Spanien ein, mittlerweile haben sie sich bis nach Griechenland ausgebreitet, und auch weite Teile Italiens sind betroffen. Auf Sizilien herrscht längst Palmennotstand, tausende Bäume wurden bereits gefällt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2010)