Helmut Elsner komme frei. Das sei fix. Berichtet der Boulevard seit Tagen. Also fix ist es nicht. Aber höchst wahrscheinlich. Immerhin hat Elsners Ex-Richterin, Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, verkündet, dass sie sich einen mit elektronischer Fußfessel überwachten Hausarrest für den Ex-Bawag-Boss sehr, sehr gut vorstellen könne. Freilich ganz ohne die ihr unterstehenden Anklagebehörden beeinflussen zu wollen.
Und immerhin haben diese Behörden nun auch keine Einwände mehr gegen die Fußfessel. Da wäre nur noch eine Kleinigkeit: die Haftprüfung durch einen unabhängigen Richter am kommenden Dienstag. Auch diese Hürde dürfte der 75-jährige Langzeit-U-Häftling überstehen. Die Zeichen stehen ganz auf Heimkehr ins Penthouse. Das geht auch absolut in Ordnung, da ohnehin kaum jemand mehr an den offiziellen Haftgrund „Fluchtgefahr“ glaubt.
Nur: Wenn also tatsächlich Fluchtgefahr bestehen sollte – und davon gehen die Gerichte nach wie vor aus –, dann wäre es ziemlich inkonsequent, Helmut Elsner nach Hause zu schicken. Ob mit oder ohne Fußfessel. Aber seit wann ist unsere Justiz konsequent?
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2010)