Bulgarien verteidigt Roma-Abschiebung

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Die bulgarische Regierung hat nun die umstrittene Rückführung von Roma aus Frankreich verteidigt. „Das Recht auf Freizügigkeit bedeutet kein Recht auf freie Niederlassung“, sagte Außenminister Nikolaj Mladenow.

Wien/Sofia.  Die bulgarische Regierung hat nun die umstrittene Rückführung von Roma aus Frankreich verteidigt. „Das Recht auf Freizügigkeit bedeutet kein Recht auf freie Niederlassung“, sagte Außenminister Nikolaj Mladenow am Samstag dem Staatsradio in Sofia. Frankreich habe einen „vollen rechtlichen Grund“ für die Ausweisungen. Die bulgarischen Roma – rund 40 an der Zahl – seien „mit ihrer Einwilligung“ ausgewiesen worden. Die überwältigende Mehrheit der aus Frankreich deportierten 8000 Roma stammt aus Rumänien. Unterdessen protestierten am Samstag 200 Roma-Vertreter und Menschenrechtler vor der französischen Botschaft in Sofia. EU-Sozialkommissar László Andor kündigte indes für Oktober eine EU-Konferenz in der rumänischen Hauptstadt Bukarest an, um Hilfsprogramme für Roma besser in Gang zu bringen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2010)