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Tatmotiv: „Ich habe aus Liebe gehandelt“

Das Wiener Rathaus als Arbeitsplatz - das war einmal, mittlerweile ist Werner K. seinen Job los.
Das Wiener Rathaus als Arbeitsplatz - das war einmal, mittlerweile ist Werner K. seinen Job los.Die Presse/Clemens Fabry
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Ein früherer Stadt-Wien-Pressesprecher stand wegen versuchter schwerer Nötigung vor Gericht. Und kam mit einer Diversion davon - Geldbuße: 4000 Euro.

„Sie ist die Liebe meines Lebens.“ Das sagte der Beschuldigte am Dienstag seinem Richter. Und weil dem so sei, habe er die Nerven verloren, als die beiden Ex-Männer seiner großen Liebe ins Spiel kamen.

Diesen drohte er die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz an. Deshalb stand der frühere Stadt-Wien-Pressesprecher Werner K. am Dienstag in Wien vor Gericht.

Dreifache versuchte schwere Nötigung warf der Staatsanwalt dem 43-Jährigen vor. K. gab alles zu („Das wird nicht mehr passieren“ - „Ich war fürchterlich aufgeregt"). Etwas anderes als ein Geständnis wäre auch schwierig gewesen. Einer der beiden besagten Ex-Männer hatte nämlich ein Telefonat aufgezeichnet. Das Protokoll lag dem Gericht nun vor.

Demnach hatte Werner K. – als seine neue Flamme angerufen worden war – das Telefon an sich gerissen und den Anrufer, also den Ex-Mann der Frau, wüst bedroht.

Da fielen Sätze wie diese: „Ich bin der Staat“, „Wir machen Dich fertig“, „Ich bin der Pressesprecher des Vizebürgermeisters der Stadt Wien“, „Ich bin der Intimus des Polizeipräsidenten“ oder etwa „Sie sind ein Wurm“.

Tatsächlich stand Werner K. in den Diensten der Stadt Wien. Er war als Rathaus-Pressesprecher zuerst dem damaligen Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus zugeteilt. Später erledigte er Medienarbeit für Dominik Nepp, der ebenfalls Vizebürgermeister war (beide FPÖ). Mittlerweile ist K. seine Position los. „Ich hatte einen unbefristeten Sondervertrag bei der Stadt Wien. Ich habe 20 Jahre bei der Stadt gearbeitet.“ Konsequenz diese Affäre: „Ich habe meinen Job verloren." 

„Akte der Verzweiflung“

Als K. auch noch den anderen Ex-Mann seiner „großen Liebe“ zufällig auf der Straße traf, drohte er auch diesem. Er werde ihm die Finanz und das Marktamt andauernd in dessen Lokal schicken. Auch so versuchte der nunmehrige Beschuldigte Eindruck zu schinden: „Mein Einfluss reicht ganz nach oben."

Später versuchte K. sogar den Anwalt dieses Mannes zu nötigen. Diesem drohte er mit der Rechtsanwaltskammer und den Medien, sollte der Jurist nicht ein bestimmtes Schriftstück zurückziehen.

K.: „Das waren Akte der Verzweiflung. Es ging um die Liebe meines Lebens.“ Dann entschuldigte er sich und ersparte sich so eine Verurteilung. Bedingung für die ihm gewährte Diversion: Der Ex-Rathaus-Sprecher muss 4000 Euro Geldbuße zahlen. Übrigens: Er und seine große Liebe sind mittlerweile verheiratet.