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Spiegelschrift

Auf schrägem Gleis: Kurz muss weg!"

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Das Ende des ersten Coronajahres enthüllt eine in mehrere Schichten aufgeteilte Gesellschaft. Politik spielt erste Geige.

Wer genau hinschaut, wird bald bezweifeln, dass die Abwehr von Covid-19 ein vorrangiges Anliegen von jedermann und jederfrau ist. Die rituellen Demonstrationen gegen Impfpläne und Sicherheitsvorschriften korrelieren mit Vorgängen im Parlament. Was auf den besetzten Straßen mittels „Kurz muss weg“-Plakaten vorgetragen wird, erzielt Beifall auf parlamentarischem Boden. In verteilten Rollen wird dort sinngemäß oder wörtlich „Finanzminister Blümel muss weg“, „Innenminister Karl Nehammer muss weg“ gerufen, bis schließlich FPÖ-Chef Norbert Hofer zum Bundespräsidenten eilt und diesen ersucht, die Regierung zu entlassen.

Solche Aktionen wirken fälschlich so, als verfügten Oppositionelle für den Fall einer Neuwahl über irgendein Konzept sowie über geeignete Persönlichkeiten zur Durchführung. Auf dem Gipfelpunkt der Pandemie den Sturz der Regierung zu erzwingen, wäre eine viel größere Katastrophe für diese Republik, als man vom Sturz der Regierung 2019 samt monatelanger Lähmung des Staates in Erinnerung hat.