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Festtafel mit Stubenküken und Ananas. Reenactment-Szene, Schloss Stupinigi bei Turin.
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Zeichen der Zeit

Zum Essen gehört Musik

Komposition und Kulinarik sind nur in dem einen Moment zu bewundern, zu verkosten und zu genießen. Eine kleine Kulturgeschichte.

Mit überzeugender Diesseitigkeit und einem Stoßseufzer der Erleichterung notierte der französische Komponist François Couperin 1690 – damals gerade 21 Jahre alt und entsprechend hungrig – am Ende seines Manuskripts der großen Orgelmesse, dass diese nun beendet sei und daher Zeit fürs Speisen wäre („La messe est dite – allons dîner!“). Wir wünschen ihm, dass er rasch zu seinem Tisch gefunden hat, der in den Pariser Gasthäusern vielleicht noch nicht mit Tüchern gedeckt war, aber dafür einen großen kupfernen Topf dampfenden Ragouts bereithielt, neben Fischen, Wildpasteten und gebackenen Quitten, die alle gerne mochten. Und es wird laut dort gewesen sein, Scherben auf dem Boden, Krüge im Umlauf, vielleicht sogar hatte der eine oder andere ein Instrument dabei und gesungen, aber er war – so viel ist gewiss – in der glücklichen Lage, noch kein Radio im Hintergrund zur Begleitung zu hören.