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12 Jahre „Die Presse am Sonntag“

Philosoph Julian Nida-Rümelin: „Kein Menschenrecht für Roboter“

Ist doch logisch: der Philosoph Julian Nida-Rümelin bei der Arbeit.
Ist doch logisch: der Philosoph Julian Nida-Rümelin bei der Arbeit.Andreas Müller / Visum / pictureswak
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Der Philosoph Julian Nida-Rümelin über falsche Erwartungen an die künstliche Intelligenz, warum wir uns von Hirnforschern nicht die Freiheit ausreden lassen dürfen und selbstfahrende Autos weiter ein Lenkrad haben sollten.

Als Hochschullehrer in München haben Sie seit einem Jahr kaum noch leibhaftigen Kontakt zu Ihren Studenten. Wie erleben Sie das? Ist der Präsenzunterricht an Schulen und Universitäten verzichtbar?

Julian Nida-Rümelin: Für Kinder ist die Erfahrung der Nähe, der physische Kontakt extrem wichtig. Viel weniger problematisch ist der ausfallende Präsenzunterricht auf den Universitäten. Aber die Vision einer Umstellung der Hochschulbildung auf Onlinekurse gibt es ja schon länger, und sie hat sich nicht durchgesetzt. Da gibt es einige Werbevorlesungen aus Harvard, das sind große Shows. Aber es ist nicht die Form, in der die erfolgreichsten Universitäten der Welt lehren. Auch unter Erwachsenen gilt: Ohne den persönlichen Austausch ist exzellente Bildung nicht möglich.

Die Hoffnungen und Ängste, die wir mit der Digitalisierung in der Zukunft verbinden, fokussieren sich auf die künstliche Intelligenz. Sie halten wenig von weit gespannten Erwartungen und plädieren stattdessen für einen „digitalen Humanismus“. Ist das ein geisteswissenschaftlicher Einspruch gegen den technologischen Fortschritt?