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12 Jahre „Die Presse am Sonntag“

Fondsmanagerin Amelia Armour: „Spekulation sorgt für konkrete Preise“

Auch nach dem Brexit ist London Europas Finanzmetropole. Die Fonds aus dem Zentrum der britischen Hauptstadt bestimmen weltweit über Preise.
Auch nach dem Brexit ist London Europas Finanzmetropole. Die Fonds aus dem Zentrum der britischen Hauptstadt bestimmen weltweit über Preise.REUTERS
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Fondsmanagerin Amelia Armour erklärt, warum es Hedgefonds trotz ihres schlechten Rufes braucht. Und warum Menschen irgendwann Autos nur noch auf gesperrten Strecken fahren dürfen.

Die Coronapandemie hat der Welt die größte Wirtschaftskrise seit den 1930er-Jahren beschert. Viele Menschen haben ihre Jobs verloren, Firmen gingen pleite. Gleichzeitig springen die Finanzmärkte von einem Rekordhoch zum nächsten. Das befeuert vielerorts die Kritik an einer „entkoppelten“ Finanzindustrie. Verstehen Sie das?

Amelia Armour: Die Entwicklung an den Finanzmärkten war ja vor allem durch die Performance der großen Technologiekonzerne getrieben. Und diese gab es aufgrund der Pandemie, die die Welt dazu zwang, verstärkt in Richtung Digitalisierung zu gehen. Lassen Sie es mich aus der Sicht des Risikokapitalgebers erklären: In unserem Bereich gab es in Europa mit Investitionen in der Größenordnung von 40 Milliarden Dollar einen neuen Rekordwert für Risiko-Investitionen in neue Firmen. Und auch hier waren es vor allem Technologie-Unternehmen, an die das Geld floss. Firmen, die Wachstum für die Zukunft und uns Erholung in einer Post-Covid-Welt bringen. Einerseits, weil sie medizinische Lösungen bieten. Andererseits, weil sie einfach neue Jobs schaffen. Ich sehe diese Rekordstände daher als ein positives Zeichen.

Sie arbeiten jetzt als Risikokapitalgeberin, waren früher aber auch bei einer Investmentbank beschäftigt, kennen also die sogenannte Finanzindustrie sehr gut. Gegen diese gibt es ja oft Vorbehalte. So heißt es von Kritikern, dass Hedgefonds oder Hochfrequenzhandel keinen sinnvollen Nutzen hätten. Sehen Sie das anders?