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Der Orkan nach der Osterruhe

Mit der von oben verordneten Osterruhe ist es nicht so weit her – zumindest nicht in Deutschland. Ein Sturm der Entrüstung brach los, der die Kanzlerin zur Abbitte zwang.

Dass mit einem Mal Osterfriede eingekehrt wäre, ist aber ein Irrglaube. Die Volksseele kocht. Es geht kreuz und quer, zwischen Nord und Süd, West und Ost. Vor allem jedoch zwischen den Eingesperrten und den Ausgeflogenen, den Daheimgebliebenen und den Mallorca-Urlaubern.

Innerhalb der Parteien wird der Orkan indes erst nach Ostern ausbrechen, wenn Union und Grüne darüber befinden, wer Angela Merkel im Herbst nachfolgen soll. Bis Pfingsten, so die interne Vorgabe im vom Feiertagsrhythmus diktierten Kalender, soll ihnen in der K-Frage – der Kanzlerkandidatur – die Erleuchtung kommen.

Bei den Grünen lautet das – strikt pazifistische – Duell Annalena Baerbock gegen Robert Habeck. Bei den Schwesterparteien CDU/CSU machen es sich Armin Laschet und Markus Söder geschwisterlich untereinander aus – inklusive Tiefschlägen. Söder brachte auch gleich eine erste Spitze an, die die grüne Teetrinker-Fraktion gewiss nicht beirren wird. Er riet seinen Parteifreunden, vom „Kamillentee-Modus in den Red-Bull-Modus“ zu wechseln. Dabei verschwieg der bayerische „Kraftlackl“, dass ihn selbst – wie Donald Trump – Coca-Cola light beflügelt. Aufbrausend ist es aber allemal.

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2021)