Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
WM-Auftakt

Formel 1: Hamiltons Routine sticht in Bahrain Verstappen aus

Lewis Hamilton feierte in Bahrain seinen bereits fünften Sieg und den 96. seiner F1-Karriere – beides Bestmarken.
Lewis Hamilton feierte in Bahrain seinen bereits fünften Sieg und den 96. seiner F1-Karriere – beides Bestmarken.APA/AFP/LARS BARON
  • Drucken

Weltmeister Lewis Hamilton entschied beim WM-Auftakt in Bahrain ein mitreißendes Duell mit dem Red-Bull-Rivalen für sich. Für Sebsatian Vettel setzte sich der Albtraum im Aston Martin fort.

Sakhir/Wien. Red Bull hatte mit der ersten Pole Position bei einem WM-Auftakt seit 2013 einen Wechsel an der Spitze angedeutet, im Rennen aber stellte Lewis Hamilton die alten Machtverhältnisse wieder her. Der Weg zu seinem 96. GP-Sieg war allerdings ein hart umkämpfter, letztlich wehrte der Weltmeister im Mercedes jedoch alle Angriffe von Max Verstappen eindrucksvoll ab und feierte vor dem Red-Bull-Rivalen und seinem Teamkollegen Valtteri Bottas seinen bereits fünften Sieg in Bahrain – Rekord.

„Max war am Schluss dran, und ich konnte ihn gerade zurückhalten. Das war eines der härtesten Rennen, die ich je hatte“, resümierte Hamilton nach dem engen Duell im Flutlicht von Sakhir. „Im letzten Stint habe ich gelitten, um die richtige Balance zu finden – nicht zu hart zu pushen, um Reifen bis zum Schluss übrig zu haben, das war schwierig.“ Verstappen hat das Potenzial für diese WM mit Nachdruck angedeutet, musste sich aber diesmal mit Rang zwei begnügen. Am Ende war er sogar kurz in Führung, gab den Platz jedoch wegen einer möglichen Regelverletzung wieder an Hamilton zurück. „Schade. Aber wir müssen auch das Positive sehen. Wir haben mit ihnen gekämpft. So ins Jahr zu starten ist großartig“, meinte der Niederländer.

Verstappen und Hamilton lieferten sich an der Spitze ein stetes Hin und Her, nach jeder Boxenstopp-Phase wechselte die Führung. Auf den letzten Runden lag der Brite vorne, doch sein Herausforderer hatte die deutlich frischeren Reifen. Der Mercedes-Kommandostand wollte mit Tipps helfen, Hamilton wollte seine Ruhe: „ „Lass mich, Bono“, funkte er und brachte mit all seiner Erfahrung die Führung im Eins-gegen-Eins schließlich bis ins Ziel.

Vettels Albtraum setzt sich fort

Für Sebastian Vettel läuft es auch bei Aston Martin noch nicht. Eine Strafe im Qualifying ließ den Deutschen ans Ende der Startaufstellung rutschen. Im Rennen wartete er dann sehr lange auf seinen ersten Boxenstopp und war dabei über mehrere Runden langsamster Fahrer im Feld. Nach dem Reifenwechsel ging es nicht viel besser weiter, eine Kollision mit Esteban Ocon ließ ihn auf Rang 15 zurückfallen und weckte Erinnerungen an die bittere Zeit bei Ferrari.

Unmittelbar dahinter auf dem letzten Platz landete Haas-Debütant Mick Schumacher, der sich im sichtbar unterlegenen Haas-Boliden fast immer stabil präsentierte. Dem 22-Jährigen unterlief nach seinem Aufstieg in die Königsklasse am ganzen Wochenende genau ein Fehler: Der Dreher in der Anfangsphase warf Schumacher allerdings weit zurück. Immerhin entschied er das teaminterne Duell für sich, denn der Russe Nikita Masepin schied bereits in der ersten Runde aus.

Ausgerechnet in der Rekordsaison mit 23 Rennen erwartet den F1-Zirkus nun eine lange Pause: Mit dem Grand Prix der Emilia Romagna (18. April) steht nur eines im kommenden Monaten auf dem Programm. Ob dieser Plan funktioniert? Sicher kann sich niemand sein, wenn in Europa und weltweit das Virus mit seinen Mutationen die Zahlen womöglich wieder noch weiter nach oben treibt.

Zudem rückt einmal mehr der Leumund einzelner Gastgeber – Saudiarabien feiert im Dezember seine Premiere – in den Fokus. Auch aus Bahrain sind Menschenrechtsverletzungen überliefert, vergangenes Jahr hatte Hamilton Briefe von Folteropfern erhalten. Nun erzählte der Brite, dass er sich mit Anwälten, Menschenrechtsorganisationen und Vertretern des Wüstenstaates ausgetauscht habe. Gesprächsinhalte verriet er nicht, sagte aber: „Ich denke nicht, dass wir in Länder gehen und ignorieren sollten, was dort passiert, uns eine schöne Zeit machen und wieder abhauen.

(red)