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Kunsthaus Bregenz

Biennale-Vertreterinnen: Hexen, Eis und Stiel

Man darf sich hier einrichten: Die schräge Wohneislandschaft spielt auf C. D. Friedrichs falsch als „Die gescheiterte Hoffnung“ benanntes Eismeer-Bild an.
Man darf sich hier einrichten: Die schräge Wohneislandschaft spielt auf C. D. Friedrichs falsch als „Die gescheiterte Hoffnung“ benanntes Eismeer-Bild an.KUB/M. Tretter
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Vier Ebenen leicht perverse Zauberwelten: Das schillerndste Kunstpaar der Stunde, Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl, haben ein Ventil für die ein Jahr verschobene Biennale Venedig gefunden, wo sie Österreich vertreten.

Sehr bequem sitzt man auf den samtenen, Firnzuckerl-türkisen Fauteuils im Eismeer, das Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl im Eingangsgeschoß des Kunsthaus Bregenz aufgebaut haben. Gefährlich bequem – hat man sich erst einmal getraut, das dünne (wie auflackierte) Eis zu betreten, auf das man sowieso hier geführt zu werden glaubt von Österreichs derzeit schillerndstem Kunstpaar. Die zwei ihre Geschlechter durchaus einmal wechselnden Künstlerinnen haben in den vergangenen Jahren beherzt die queere Kunst aus ihrer Nische in den Mainstream geführt. Und das ist durchaus positiv gemeint.

Scheirl ist mit der Erfahrung, nicht dem Aussehen ihrer 65 sowie ihrer langjährigen Professur an der Wiener Kunstakademie sowieso eine Ikone. Knebl hat den Durchbruch mit ihrer liebevollen, aber respektlosen Neuaufstellung der Mumok-Dauerausstellung 2017 geschafft, in der sie Mode, Design, Kunst völlig frei kombinierte. Es wunderte also nicht, dass es Mumok-Direktorin Karola Kraus war, die als Kommissärin gerade die zwei, die allein wie zusammen arbeiten, als Österreich-Vertreterinnen bei der Biennale Venedig nominierte. Dann kam die Pandemie. Die Kunst-Biennale wurde ein Jahr verschoben. Der Italienfeldzug der queeren Wiener Kunst kam erst einmal zum Erliegen. Nicht gerade ein Energieschub.