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Corona-Maßnahmen

Gesundheitslandesrat: "Sind in Salzburg derzeit gut gerüstet"

Salzburgs Landeshauptmann-Stellvertreter und Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP)APA/BARBARA GINDL
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Einen harten Lockdown für Salzburg nennt Landeshauptmann-Stellvertreter Stöckl nicht als nötig. Er setzt auf regionale Maßnahmen und Eigenverantwortung. FPÖ-Chef Hofer rechnet indes mit einem bundesweiten Lockdown.

Am Sonntagabend lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Salzburg bei 270. Genauso hoch lag sie auch in Niederösterreich - doch anders als Salzburg geht Niederösterreich ab Donnerstag in einen - gerne als „Osterruhe“ bezeichneten - härteren Lockdown. Zumindest betrifft es laut aktuellem Stand die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland, denn ob man vor diesem Hintergrund nicht auch in Salzburg schärfere Maßnahmen verhängen müsste, um rechtzeitig gegenzusteuern, fragt sich derzeit wohl der eine oder andere Österreicher - wo doch auch die Corona-Ampel für das Land auf Rot steht. Und das wurde auch Salzburgs Landeshauptmann-Stellvertreter und Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP) in der „ZiB 2 am Sonntag" gefragt.

Laut ihm müsste man mehrere Parameter miteinbeziehen, wenn es um die Frage geht, ob auch über Salzburg ein härterer Lockdown verhängt werden soll. Denn dort sei die Inzidenz zwar hoch, würde derzeit aber nicht exponentiell steigen, so der Gesundheitslandesrat. „Im Gegenteil, wir haben eine lineare Seitwärtsbewegung.“ Auch ginge die Reproduktionszahl in Richtung von 1,0, die Situation in den Spitälern wäre „bewältigbar“, dort seien etwa 50 Prozent der Kapazitäten ausgelastet. Für die „Zukunft" sei man also gerüstet.

Diese könne aber auch ein exponentielles Wachstum der Zahlen mit sich bringen, räumt er ein, dann müsste man auch landesweit entsprechend reagieren. Bisher sei man aber gut damit gefahren, „Brandherde zu bekämpfen" und regional zu reagieren. Sprich: Cluster einzugrenzen, indem man Ortschaften oder ganze Täler „abgeschlossen" habe.

Appell an Eigenverantwortung

Ob auch Salzburg in die „Osterruhe“ gehen wird, ist derzeit also noch nicht bekannt, so auch nicht, wie das Osterfest in diesem Jahr aussehen wird. Ginge es nach der Verordnung, wie sie im Osten Österreichs wohl gelten wird, dürften sich nur zwei Haushalte treffen, einer davon dabei mit nur einer Person vertreten sein (Anm: Die Details werden heute, Montag, bekannt gegeben). Christian Stöckl appelliert dennoch an die Salzburger, auf größere Zusammenkünfte zu verzichten. „Und die, die sich treffen, sollen sich auf alle Fälle vorher testen lassen.“

Ob er den Menschen damit nicht falsche Sicherheit gebe, sich bloß zu testen und dann zusammenkommen zu können, wird Stöckl gefragt. „Testen ist tatsächlich zu wenig, man muss schon die anderen Regeln auch beachten“, lautet seine Antwort. Heißt: Soziale Kontakte möglichst meiden, nur jene Besuche machen, „die wirklich absolut nötig sind“. Es sei wichtig, dass sich die Menschen „an die Regeln halten, die jetzt gelten, dann werden wir auch über Ostern drüberkommen“.

Hoffnung setzt der Landeshauptmann-Stellvertreter insbesondere auf die Impfung, Kritik am Impfvorgehen in Salzburg lässt er nicht gelten. „Die Impfung läuft gut, jede Dosis, die wir bekommen, wird verimpft."

Reicht der Lockdown im Osten?

Experten zeigten sich indes besorgt, es würde nicht reichen, nur den Osten des Landes in die „Osterruhe“ zu schicken. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich die britische Virus-Variante auch in anderen Teilen des Landes verbreite, warnten etwa die Virologin Dorothee von Laer und der Epidemiologe Gerald Gartlehner. Der neue Präsident der Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) Walter Hasibeder warnt insbesondere vor der Virusvariante B.1.1.7, die „viel ansteckender und tödlicher und somit auch gefährlicher für junge Menschen“ sei. Er empfiehlt einen zweiwöchigen Lockdown für ganz Österreich.

Ähnliche Töne kamen von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, sie plädierte ebenfalls für einen bundesweiten Lockdown, der mindestens zwei Wochen dauere.

Von einem „bundesweiten Lockdown“ sprach zuletzt auch FPÖ-Chef Norbert Hofer, warnt aber eher davor. „Ein bundesweiter Lockdown rückt immer näher“, schrieb er am Freitag in einer Aussendung - die Bundesregierung sollte dies den Menschen endlich klar kommunizieren und dürfe ihnen „nicht länger falsche Hoffnungen machen“. Allerdings sprach er in diesem Zusammenhang auch von einer „Sackgasse“ und „praxisfremden Regeln": „Die Menschen können nicht mehr. Die andauernde Isolation und das Fehlen von sozialen Kontakten führt zu einer psychosozialen Krise und als Notwehr zu immer mehr Treffen im privaten Bereich. Und dort stecken sich Menschen weiterhin an. Ein erneutes Zusperren bringt nicht mehr die erhofften Ergebnisse“, schrieb er. Es sei an der Zeit, ein „öffentliches Leben unter klaren, strikten und praxisnahen Regeln“ wieder zu ermöglichen - nur so schaffe man die Trendumkehr, „bei der wir die Menschen auch mitnehmen können.“

(Red.)