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Nach 23 Jahren nur vier Prozent: Wie Klaudia Tanner die Frauenquote im Heer erhöhen will

PK 'AKTUELLE FRAGEN ZUR LANDESVERTEIDIGUNG': TANNER
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP).APA/HELMUT FOHRINGER
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1998 wurde das Bundesheer auch für Frauen geöffnet. Nach wie vor ist die Truppe auf der Suche nach genügend Soldatinnen. Eine Kampagne - und vielleicht auch andere Leistungskriterien - sollen das ändern.

Die Frage, wie viele Frauen es beim Bundesheer gibt, lässt sich auf verschiedene Arten beantworten. Man kann darauf aufmerksam machen, dass es seit 1998 einen Anstieg des Frauenanteils von 66 Prozent gab. Man kann die absolute Zahl nennen, 672 Soldatinnen, die jetzt in der Truppe aktiv sind. Oder aber man nennt die Ziffer, die den Frauenmangel am deutlichsten zeigt: Vier Prozent der Soldaten sind weiblich. Auch 23 Jahre nach der Öffnung der Truppe für Frauen.

Zumindest der oberste Posten im Verteidigungsministerium ist von einer Frau besetzt: Klaudia Tanner (ÖVP) ist die erste Frau in dieser Funktion. Sie nimmt sich das vor, was schon ihre Vorgänger probiert haben: Mehr Frauen sollen sich für den Soldatinnenberuf entscheiden. Unter anderem auch weil die Truppe Frauen dringend braucht: Bei vielen Einsätzen ist es wichtig, auch Soldatinnen vor Ort zu haben. „Wir sind am richtigen Weg, aber das Ziel haben wir noch lange nicht erreicht“, sagt Tanner am Dienstag bei einem Medientermin.

Mentorinnen, Fitness-App und mehr Sichtbarkeit

Ein Maßnahmenbündel soll also helfen: Unter anderem soll die Infrastruktur verbessert werden. („Ich konnte nicht glauben, was ich in der ein oder anderen Kaserne gesehen habe.“) Frauen sollen für die Ausbildung als Informationsoffizier (weibliche Berufsbezeichnungen gibt es beim Heer nicht) angeworben werden. Ein Mentoring-Programm wird angeboten, ein eigenes Referat soll sich auf die Erhöhung des Frauenanteils bei Einsätzen konzentrieren. Ab April wird auch eine eigene Kampagne gestartet. Und: Eine Fitness-App soll Einsteigerinnen helfen, körperliche Leistungsziele zu erreichen.

Apropos: Silvia Angerbauer, Gleichbehandlungsbeauftragte beim Heer, wünscht sich ein Umdenken bei den Leistungskriterien. Statt nach Geschlechtern sollten sie nach Einsatzgebiet variieren. „Dann hätten wir nicht die Debatte, was männliche und was weibliche Kriterien sind.“


[RC5PJ]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2021)