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Buch

Literaricum Lech: Ein neues Festival für Klassiker

(c) imago images/Rudolf Gigler (Rudi Gigler via www.imago-images.de)
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Meisterwerke der Weltliteratur stehen im Mittelpunkt des für Juli erstmals geplanten Literaturfestivals. Michael Köhlmeier und Raoul Schrott sind Berater.

Wenn etwas über 600 Jahre lang gelesen wird, ist es jedenfalls drei Literaturtage wert: So dachten sich, zu Recht, die Schriftsteller Michael Köhlmeier und Raoul Schrott sowie die Kulturjournalistin Nicola Steiner. Und auch Daniel Kehlmann: Er wird im Juli die Eröffnungsrede zur ersten Ausgabe des Literaricums Lech halten – über den ersten Abenteuer- und gleichzeitig Schelmenroman der Weltliteratur, den „Simplicius Simplicissimus“ des Barockdichters Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen.

Auf das erfolgreiche, seit 1997 in Lech am Arlberg stattfindende Philosophicum verweist nicht nur der Name des Literaturfestivals, auch personell gibt es Überschneidungen: Köhlmeier, regelmäßiger Gast des Philosophicums, wird beim Literaricum als einer von zwei Beratern fungieren, neben dem (wie Köhlmeier in Vorarlberg lebenden) Autor Raoul Schrott. Beide Autoren sind für ihr Interesse an der literarischen Auffrischung alter Mythen bekannt – Köhlmeier mit seinen Nacherzählungen von Sagen, Schrott durch Übersetzungen etwa der „Ilias“ oder des Gilgamesch-Epos.

Kehlmanns „Tyll“ und Felicitas Hoppes Narren

Köhlmeier und Schrott hatten die Idee zu dem Projekt. Die schweizerisch-deutsche Journalistin Nicole Steiner, bekannt als Moderatorin des Literaturclubs im Schweizer Radio und Fernsehen, ist wissenschaftliche Leiterin und hat das Festival gemeinsam mit den zwei Autoren konzipiert. Heuer soll es von 8. bis 11. Juli stattfinden.

Von üblichen Literaturfest-Formaten hebt sich das Literaricum ab, indem es je ein Meisterwerk der Weltliteratur ins Zentrum stellt. Das kann dann freilich auch zu Gegenwartsautoren führen. Kehlmanns 2017 erschienener Roman „Tyll“ etwa spielt wie der „Simplicissimus“ im Dreißigjährigen Krieg und ist ebenfalls ein Schelmenroman. Auch die Büchner-Preis-Trägerin Felicitas Hoppe ist heuer zu Gast, mit einem Gespräch über das „Narrentum“.

Einzelne Veranstaltungen können sich auch weiteren Klassikern widmen (heuer etwa dem Gilgamesch-Epos). Den Literaturbegriff will Steiner weit fassen, so soll es Gespräche zu literarischen Reportagen geben. Kinder- und Jugendliteratur will Steiner künftig ebenso einbeziehen wie Poetry Slam. (sim)

Das neue Festival

Literaricum Lech: 8. bis 11. Juli 2021 in Lech am Arlberg. Wissenschaftliche Leiterin: Nicola Steiner. Berater: Michael Köhlmeier und Raoul Schrott. Weitere Informationen auf der Seite lechzuers.com (unter Kultur- und Lifestyle, Veranstaltungen); oder ebendort telefonisch: 05583 2161 218.