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Atempause für Irland: Anleihen verkaufen sich gut

Finanzdistrikt in Dublin
(c) AP (Peter Morrison)
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Die Nachfrage bei der Anleihen-Auktion war drei bis fünfmal so hoch wie das Angebot. Allerdings muss Irland extrem hohe Zinsen zahlen. Erst gestern gab die Zentralbank bekannt, dass die Sparpläne zu scheitern drohen.

Irland ist bei der jüngsten Emission von zwei Staatsanleihen auf starke Nachfrage am Markt gestoßen. Für ein Papier mit Laufzeit bis 2014 gingen Angebote in Höhe von 2,541 Mrd. Euro ein, wie die irische Schuldenagentur am Dienstag mitteilte. Damit war die Nachfrage fünfmal so hoch wie das Angebot. Bei der Anleihe mit acht Jahren Laufzeit waren die Gebote mit 2,929 Mrd. Euro knapp dreimal so hoch wie das Emissionsvolumen.

Allerdings muss die Regierung in Dublin deutlich höhere Zinsen zahlen als noch vor wenigen Monaten: Für das Papier mit Frist bis 2018 stieg die Rendite um etwa einen Prozentpunkt auf 6,023 Prozent, bei der vierjährigen Anleihe lag der Anstieg sogar bei mehr als eineinhalb Prozentpunkten. Die Renditeaufschläge für irische Staatsanleihen zu vergleichbaren deutschen Papieren hatten am Montag Rekordstände erreicht.

Zentralbank: Sparplänen drohen zu scheitern

Die steigenden Kosten für die Bankenrettung hatten zuletzt Sorgen geschürt, Irland könnte als nächstes europäisches Land in den Sog der Schuldenkrise geraten, zumal Irland nach Einschätzung der nationalen Zentralbank ein Scheitern bei der geplanten Haushaltssanierung droht. Wegen der holprigen Konjunkturentwicklung sowie der hohen Kosten für Kredite und Bankenrettungen werde Irland die EU-Haushaltsziele bis 2014 wohl nicht wie geplant erreichen, teilte die Zentralbank am Montag mit. Eine gewisse Neuausrichtung der Haushaltspolitik sei für die nächsten Jahre unter bestimmten Bedingungen schon bald unerlässlich, sagte Notenbankchef Patrick Honohan.

Trotz der prekären Lage der Staatsfinanzen in Irland ist EU-Währungskommissar Olli Rehn zuversichtlich, dass das Land seine Schuldenprobleme alleine lösen kann. Er habe volles Vertrauen, dass Irland die zusätzliche Kraftanstrengung beim Sparen bewältigen werde. Das sagte Rehn am Rande eines Besuchs in der estnischen Hauptstadt Tallinn. "Ich bin zuversichtlich, dass Irland die Sanierung seiner Finanzen und die notwendige Restrukturierung seines Banken- und Finanzsektors vollenden kann", sagte Rehn demnach.

Irland benötigt keine finanzielle Hilfe

Irland steht wegen der hohen Kosten für die Rettung der heimischen Banken unter Druck und wird im laufenden Jahr wohl ein Rekorddefizit melden.

Die EU bestreitet bisher vehement, dass nach Griechenland demnächst auch das Euro-Land Irland finanzielle Hilfe von außen benötigt. "Ich rechne nicht damit, dass der Ernstfall eintritt und wir Kredite aufnehmen und weitergeben müssen", sagte der Geschäftsführer des Euro-Krisenfonds, Klaus Regling, am Dienstag dem "Handelsblatt". Der Fonds war im Frühjahr unter dem Eindruck der griechischen Schuldenkrise quasi über Nacht geschaffen worden - für Athen wurde allerdings ein separates Hilfsinstrument gebildet.

(APA)