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Hugo Portisch. Der Erklaerer
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Lebenswerk

Was uns Hugo Portisch hinterlassen hat

Er war ein begnadeter Erzähler, der verständlich und anschaulich erklären konnte. Am wichtigsten war ihm die Zeitgeschichte: „Man kann unser heutiges Österreich nicht verstehen, wenn man nicht weiß, wie es geworden ist.“

Hugo Portisch war Journalist mit Leib und Seele. Es sei „der schönste Beruf der Welt“, sagte er einmal in der Ö1-Sendung „Menschenbilder“ – obwohl er eigentlich Forscher werden und die Welt bereisen wollte. Aber dafür reichte das Geld nicht. Neben dem Studium habe er 100 Schilling damit verdient, für die Zeitungen des St. Pöltner Pressevereins die Lokalnachrichten „in eine lesbare Form“ zu bringen, erzählt er launig in der Sendung „Wie man die Welt erklärt“ (nachzuhören auf Audible). Später lernte er in der 1948 neu gegründeten „Wiener Tageszeitung“ – gemeinsam mit Hans Dichand – in der Außenpolitik-Redaktion, wie man Artikel schreibt, besser gesagt: wie man sie diktiert. Denn auf der Schreibmaschine getippt wurden die Texte nicht von den Redakteuren, sondern von den Sekretärinnen . . .

Und so wurde aus Portisch ein begnadeter Erklärer, der mit lebenslanger Neugier, profundem Wissen, aber eben auch der Fähigkeit ausgestattet war, komplizierte politische und wirtschaftliche Zusammenhänge auch im Fernsehen einfach und schlüssig zu erklären. Er war Printjournalist und „Kurier“-Chefredakteur, begeisterter Buchautor, und er lieferte ab 1967 als Chefkommentator des ORF unzählige Analysen zum Weltgeschehen. Aus vielen seiner beruflichen Erfahrungen und Reisen wurden Bücher, oft auch Fernsehsendungen. Vor allem die Zeitgeschichte war ein lebenslanger Schwerpunkt seiner publizistischen Arbeit.