ORF-Programm 2010/11: "Werden Senderfamilie"

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Der ORF präsentiert sein Fernsehprogramm 2010/11. An der ORF1-Reform wird noch gebastelt. Auch arbeitet man an Konzepten für zwei 24-Stunden-Spartenkanäle – einen für Sport und einen für Information und Kultur.

Vor über tausend Gästen präsentierte der ORF Dienstagabend sein Fernsehprogramm 2010/11. Das Selbstbewusstsein des Öffentlich-Rechtlichen ist nicht zuletzt Dank der Gebührenrefundierung von 160 Millionen Euro bis 2013 spürbar gestärkt: „Es gibt keinen europäischen Sender, der diese Breite an Programm hat, keinen, der mehr öffentlich-rechtliches Programm hat, keinen der mehr österreichisches Programm hat als die beiden ORF-Programme“, meinte ORF-General Alexander Wrabetz bei der Vorpräsentation vor Journalisten. ORF1 und ORF2 würden durch zwei 24-Stunden-Spartenkanäle – einen für Sport, einen für Information und Kultur – zu einer „Programmfamilie“. An beiden Konzepten werde noch gearbeitet.

Das ausgeweitete Sport Plus soll weniger als sieben Millionen Euro kosten. „Randsportarten müssen vom Gesetz her der Kern bleiben“, erklärte Wrabetz. Der Info/Kulturkanal kostet fünf Millionen Euro. Er soll im ersten Quartal 2011 starten und auf „vier Säulen“ stehen: einerseits die Ausschöpfung eigener Ressourcen durch „zeitnahe“ Wiederholungen von Programmen wie „Kulturmontag“ oder „Kreuz und Quer“ in der Primetime bzw. neue Formate wie z.B. ein Kulturtalk mit Barbara Rett; zweitens die Übernahme von Produktionen anderer Kultur- und Klassiksender, die laut Wrabetz „relativ kostengünstig“ zu haben seien; drittens werde erstmals Platz für experimentelle Kultur und kleinere Festivals sein sowie für Regionales und Volkskultur; viertens mehr Berichterstattung aus dem Parlament, über Europa und das „Sichtbarmachen von Radiosendungen“ wie „Im Klartext“.

An der ORF1-Reform werde noch gearbeitet, so Wrabetz. Auf Dominic Heinzl allein will sich der ORF da nicht (mehr) verlassen. Zwar zeige „Chili“ am neuen Sendeplatz, dass es „durchaus jünger strukturiert“ sei als „vergleichbare Sendungen“ – man werde aber „bis Mitte Oktober“ beobachten, wie es läuft. Was das mit Heinzl geplante Reportage-Magazin betrifft, so „sind wir in der Überprüfungsphase“, so Wrabetz. Und: „Das wird sicher nicht mehr heuer kommen.“ Ob es sein könne, dass es die Sendung gar nicht geben wird? „Mehr möchte ich dazu noch nicht sagen.“ Im Zuge der ORF1-Reform wäre es aber „gut, ein Reportage-Magazin zu haben“.

Sport und Comedy als Highlights

Im Sport setzt der ORF auf die Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen und die nordische WM in Oslo sowie auf Fußball-Bundesliga und Champions League. Dokumentarisch lässt der ORF „einige Kapitel österreichische Zeitgeschichte“ aufarbeiten – etwa eine Trilogie über „Hitlers nützliche Idole“ oder den 100.Geburtstag von Bruno Kreisky. Weiterer Schwerpunkt laut Wrabetz: „Das österreichische Talent.“ Hier will der ORF mit Comedy-Formaten glänzen: darunter „Burgenland ist überall“ mit Thomas Stipsits, „Vitasek?“ – eine achtteilige Comedyserie über die alltäglichen Nöte eines österreichischen Kabarettisten – oder „Der wilde Gärtner“ mit Roland Düringer. Freitag und Samstag soll es möglichst regelmäßig einen Showblock geben: „Powerplay – Ganze 17 Meter“ mit Christian Clerici startet am 25.September. An den Doku-Soaps für Dienstagabend werde noch gearbeitet, so Wrabetz. Es gebe „zwei, drei Pilotierungen“. Starten werde man mit einer Partnersuche für Alleinerzieher.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2010)

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