Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Lord Byron schwor, den Griechen die Befreiung zu bringen oder zu sterben.
Premium
Geschichte

"Wir alle in Europa sind Hellenen"

Vor 200 Jahren begann der Kampf der Griechen um die Unabhängigkeitvon der osmanischen Herrschaft. Die gesamte europäische Öffentlichkeit wurde durch den grausamen Krieg in Aufregung versetzt.

Die Sehnsucht nach Griechenland: Wie von einem unheilbaren und krankhaften Fieber wurde das Europa der Klassik und Romantik vor zwei Jahrhunderten davon befallen. Das Land galt den Schwärmern als anbetungswürdig, als Hort des Guten, Wahren und Schönen, der alten und seligen Künste. Philosophen und Literaten waren vertraut mit den Glanzleistungen der klassischen griechischen Antike und kämpften für ihre Aneignung in der Zeit der Aufklärung. Goethe gab der glühenden Fernbeziehung mit einem Vers in seinem „Iphigenie“-Drama Ausdruck: „Das Land der Griechen mit der Seele suchend.“

Im Fall des Dichters Friedrich Hölderlin grenzte der Enthusiasmus an Narretei: Er machte sich 1802 in einem verzweifelten, suizidartigen Versuch auf zu einem Fußmarsch in den Süden, doch seine Expedition endete jählings in den Schweizer Alpen. Er wurde von Straßenräubern überfallen, Apoll war offenbar gegen das Unternehmen und er gab seine kühnen Reisepläne wieder auf. Er war nur eines der Opfer der überspannten Griechenlandliebe, die ins Irrationale schwappte.

Der Dichter des „Hyperion“ war wohl wenig geeignet, die Griechen auch mit der Waffe in der Hand bei ihrem Befreiungskampf gegen die osmanische Herrschaft zu unterstützen. Doch nicht wenige Philhellenen aus ganz Europa machten sich 1821 auf, um das Land bei seinem Kampf um die Souveränität zu unterstützen, manche opferten auch ihr Leben. So wurde die romantische Bewegung auch zu einer politischen.