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Hotellerie

Allein im Hotel: Der seltene Gast

Im Hotel am Stephansplatz frühstücken normalerweise 100 Personen an einem Tag. Seit Corona sind Gäste – sofern es überhaupt welche gibt – meist allein.
Im Hotel am Stephansplatz frühstücken normalerweise 100 Personen an einem Tag. Seit Corona sind Gäste – sofern es überhaupt welche gibt – meist allein.Michèle Pauty
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Seit einem Jahr liegt die Hotellerie im Dornröschenschlaf, auch heuer fällt das Ostergeschäft flach. Einige Häuser halten aber für eine Handvoll Gäste offen. Ein Blick hinter die Kulissen.

Es ist acht Uhr früh und leise Jazzmusik läuft, als Herr Vogel im Hotel am Stephansplatz sein Frühstück zu sich nimmt. In dem Raum mit Blick auf den Stephansdom, in dem bis vor Kurzem täglich 100 Leute gespeist haben, ist er heute der Einzige. Die weißen Tischtücher auf den Plätzen rundherum sind straff gezogen. Die Gänge, die Rezeption und fast alle Zimmer – menschenleer.

Für die Angestellten des Vier-Sterne-Hauses ist ein Gast mittlerweile eine kleine Sensation geworden, schließlich bekommen sie nicht jeden Tag einen zu Gesicht. Hotelchef Felix Neutatz begrüßt jeden, der im Frühstücksraum erscheint, persönlich. Vogel, ein Geschäftsreisender, ist seit einigen Jahren Stammgast. „Das erste Mal war es im leeren Hotel seltsam, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, sagt er. „Wenn man den ganzen Tag Termine hat, weiß man Ruhe zu schätzen.“