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Literatur

Simone Buchholz: „Der Roman ist mir entglitten“

Simone Buchholz bei einer Lesung 2018.
Simone Buchholz bei einer Lesung 2018.Imago Images
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Mit „River Clyde“ hat Simone Buchholz den letzten Band ihrer Reihe rund um Chastity Riley veröffentlicht. Krimi ist das keiner mehr. Dafür darf ein Hirsch sprechen. Wie schön.

Der Buchhandel brauche das eben. Sagt Simone Buchholz. Ein Etikett. Eine Kategorie. Eine Einordnung. Und deshalb wird ihr jüngstes Werk, obwohl sie im Verlag lang darüber debattiert haben, nun doch wieder als Krimi verkauft, so wie der Vorgänger und der Vorvorgänger. Dabei hat Buchholz spätestens seit „Beton Rouge“ mit Verbrechen und deren Aufklärung gar nicht mehr viel am Hut. Im jüngsten Roman weigern sich die Kommissare gar, ihrer Arbeit nachzugehen und lassen die mörderischen Immobilienhaie einfach laufen. „Mich interessiert, was Gewalt mit Leuten macht, welche Strukturen diese Gewalt entstehen lassen, aber die reine Ermittlung finde ich schon länger langweilig.“ Nicht, dass sie das Genre uninteressant fände, aber: „Mit der Tätersuche bin ich durch.“

In „River Clyde“ geht es folgerichtig nur noch darum, „in den Seelen zu ermitteln“, sagt Buchholz. Und da gibt es einiges zu tun. Chastity Riley hat in „Hotel Cartagena“, diesem wilden literarischen Wurf irgendwo zwischen Poem, Liebesgeschichte und Psychothriller, ihren väterlichen Freund verloren, und das ist für die Staatsanwältin nun endgültig ein Verlust zu viel. Chastity reißt aus. Lässt alle und alles und Hamburg hinter sich und fliegt nach Glasgow. Was sie sucht: Spuren ihrer Familie. Was sie zunächst findet: Pubs. Pubs und Saufkumpane. Denn so ist Chastity Riley: Wenn nichts mehr geht, geht Whiskey. Oder irgendetwas anderes Hochprozentiges. „Das gab bei Verfilmungen immer Stress“, sagt Buchholz. „Da hieß es: Die säuft so viel, das geht doch nicht! Und ich verstehe das ja auch, das geht im Film wirklich nicht, das geht auch im echten Leben nicht, ohne dass man stirbt.“