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Song der Woche

Rilke für den Lockdown

„Tortured Souls“ hieß einst ihre Band: Laura Veirs, geboren 1973 in Colorado, studierte Geologin, ist Vertreterin der neuen Empfindsamkeit im US-Folk-Pop. „My Echo“ heißt ihr aktuelles Album.
„Tortured Souls“ hieß einst ihre Band: Laura Veirs, geboren 1973 in Colorado, studierte Geologin, ist Vertreterin der neuen Empfindsamkeit im US-Folk-Pop. „My Echo“ heißt ihr aktuelles Album.Raven Marching Band Records
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„Tortured Souls“ hieß einst ihre Band: Laura Veirs, geboren 1973 in Colorado, studierte Geologin, ist Vertreterin der neuen Empfindsamkeit im US-Folk-Pop. „My Echo“ heißt ihr aktuelles Album.

Laura Veirs: „The Panther“. „Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält“: Bald 120 Jahre ist es alt, das Gedicht „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke, und diese Beschwörung einer Gefangenschaft hat nicht an Wirkung verloren. So ist es kein Wunder, dass es auch im deutschsprachigen Pop immer wieder vertont worden ist, etwa von Udo Lindenberg und AnnenMayKantereit. Doch auch empfindsame Amerikanerinnen schätzen es. So etwa Laura Veirs, die es frei, aber stimmig übersetzt und mit einem schlichten Refrain versehen hat: „I know how you feel, pacing round and round a ring.“ Nun hat sie, wohl anlässlich des ermüdenden Lockdowns, eine neue Version eingespielt, mit drei Stimmen, die sich aneinander reiben und so, dem Thema angemessen, eine Art von müder Nervosität erzeugen, die sich in einem scheppernden Mandolinensolo in Velvet-Underground-Manier entlädt. Klaustrophobisch.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.04.2021)