Schnellauswahl

Obama verliert wichtigsten Wirtschaftsberater

File photo of U.S. President-elect Obama announcing the members of his economic policy team with Rome
(c) Reuters (John Gress)

Lawrence Summers tritt als Berater des US-Präsidenten zurück. Es ist bereits der dritte Rücktritt in Obamas Wirtschaftsteam innerhalb weniger Monate. Summers kehrt an die US-Universität Harvard zurück.

Lawrence Summers, der Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, gibt seinen Posten ab. Lawrence Summers werde zum Jahresende zurücktreten und wieder als Professor an der US-Universität Harvard lehren, teilte das Weiße Haus am Dienstag in Washington mit. Es ist bereits der dritte Rücktritt in Obamas Wirtschaftsteam innerhalb weniger Monate.

Summers schielte auf Amt des Finanzministers

Damit lösen sich auch die Gerüchte auf, der ehrgeize Summers könnte den nicht immer geschickt auftretenden Finanzminister Timothy Geithner ablösen. Diesen Job strebte Summers bereits bei der Regierungsbildung von Obama Anfang 2009 an. Summers prägte das Anti-Rezessionsprogramm der Regierung seit Anfang 2008 maßgeblich mit. Ihm wurde aber immer wieder eine zu große Nähe zur Wall Street vorgeworfen.

Laut "Handelsblatt" gab es wiederholt Berichte über heftigen Streit innerhalb des Beraterteams um Summers. Dennoch würdigt der US-Präsident Summers der Zeitung zufolge: "Ich werde immer dafür dankbar sein, dass ein Mann von einer Brillanz und Erfahrung wie Larry bereit war, dem Ruf zu folgen und mein Wirtschaftsteam zu führen", so Obama. "Er hat geholfen, uns aus der größte Wirtschaftskrise seit den 1930ern zu neuem Wachstum zu führen".

Bereits dritter Abgang in kürzester Zeit

Ende Juni war der Budgetdirektor im Weißen Haus, Peter Orszag, aus privaten Gründen zurückgetreten. Er hatte den Posten bei Obamas Amtsantritt im Jänner 2009 übernommen. Anfang September schließlich hatte Obamas Chefberaterin Christina Romer ihren Posten aufgegeben, um ihre Lehrtätigkeit an der Universität Berkeley im US-Bundesstaat Kalifornien wieder aufzunehmen. Orszags und Romers Nachfolger wurden jeweils der Finanzexperte Jacob Lew sowie der Wirtschaftsprofessor Austan Goolsbee.

Die USA kämpfen noch immer mit den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Derzeit herrscht eine Arbeitslosenquote von knapp zehn Prozent in dem Land. In rund sechs Wochen finden zudem Kongresswahlen statt, bei denen die Demokraten mit Verlusten rechnen müssen.

 

(APA/Red.)