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Gastkommentar

Der Rechtspopulismus kann gar nicht am Ende sein

Peter Kufner
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Die Abgesänge auf den rechten Populismus sind nicht nur verfrüht, sie sind auch falsch. Denn Niederlagen sehen anders aus.

Zweifellos, die Pandemie hat auch den rechten Populismus auf dem falschen Fuß erwischt. Der erste Reflex führt meist dazu, sich hinter die Regierenden zu stellen. Doch wenn die Krise anhält und permanent wird, wie gestaltet sich die zweite oder dritte Reaktion? Noch dazu, wenn vieles, was heute als unwidersprochen und politisch unumgänglich erscheint, sich rückblickend als Irreführung und Irrtum, Selbsttäuschung und Täuschung herausstellen sollte. Genau das wird der Fall sein. Die Pandemie wird Stimmungen und Stimmen noch mehr rotieren lassen, als dies schon bisher der Fall gewesen ist. Die Fluktuation wird zunehmen.

Proklamierte Abgesänge sind nicht nur verfrüht, sie sind auch falsch. So oft Jörg Haider totgesagt wurde und mit ihm die gesamte FPÖ, so oft haben sich solche Prognosen als falsch erwiesen. Für diverse Abstürze des Rechtspopulismus war dessen Personal mehr verantwortlich als dessen Gegner. Haiders manisch-depressives Naturell, Straches Ibizagate oder noch mehr sein Griff in die Parteikasse haben unmittelbar mehr Schaden angerichtet als die Angriffe sämtlicher Feinde. Aber eben bloß unmittelbar! Solche Schädigungen waren vorübergehend, das heißt, sie berühren nicht die Substanz dieser Formierungen, sie verunsicherten nur kurzfristig das Publikum. In Österreich erholt sich die FPÖ zusehends von ihren selbst gemachten Schlappen. Aktuell wurde die Talsohle bereits durchschritten.