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Tribut an einen Anti-Algorithmiker des Films

Amos Vogels Lieblingsfilme, etwa Dušan Makavejevs „WR – Mysterien des Organismus“ (1971), frönten oft der Lust an der Provokation.Punto de Vista
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Der legendäre Wiener Filmvermittler Amos Vogel wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Eine von den ehemaligen Filmmuseumsleitern kuratierte Schau würdigt sein Wirken, das lustvoll Grenzen sprengte.

Im Jahr 1980 versuchte sich Amos Vogel bei einer Vorrede zu einem von ihm präsentierten Filmprogramm an einer kulturellen Bestandsaufnahme: Wir leben, so meinte er, in einer zunehmend „visuellen“ Welt. Auch abseits des Kinos sind wir Bilderflüssen ausgesetzt, die primär kommerziellen Interessen folgen. Die Filmindustrie, die längst von globalen Kommunikationskonzernen als Nebengeschäftszweig geführt wird, unterliegt einem enormen Effizienzdruck. Das führt zu inhaltlicher und ästhetischer Nivellierung, zu immer größeren, immer teureren Produktionen, die vorwiegend auf Spektakel setzen und sich Risken nicht leisten können. Ihre Beschaffenheit bestimmen keine kreativen Einzelkräfte, sondern Unternehmensgremien: „Filmmaking by Committee“, wie Vogel es nannte.