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Skiweltcup

Petra Vlhová: Ein Triumph mit bitterem Beigeschmack

Petra Vlhova
Petra VlhovaGEPA pictures
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„Bügeleisen"-Sager: Die Gesamtweltcupsiegerin trennt sich von ihrem Erfolgscoach Livio Magoni.

Im slowakischen Präsidentenpalais lächelte Livio Magoni noch an der Seite von Petra Vlhová in die Kameras, nun, eine Woche später, trennte sich die Gesamtweltcupsiegerin von ihrem Erfolgscoach.

Vlhová, 25, hatte für die große Kugel alle Strapazen auf sich genommen, die ihr Magoni abverlangte. Doch ein Interview, in dem sie der Italiener ein „Bügeleisen“ genannt und über ihr persönliches Umfeld geschimpft hatte, war der Slowakin offenbar zu viel des Guten. In ihren Dankesworten zeigte sie, was ihr Magoni im Interview noch abgesprochen hatte: Persönlichkeit abseits der Piste. „In fünf Jahren mit Livio habe ich enorm viel gelernt. Aber wenn sich eine Tür schließt, öffnen sich tausend andere. Du musst durch die richtigen Türen gehen und das sind nicht mehr dieselben.“

In der Slowakei, wo Vlhovás Erfolg auf einer Stufe steht mit den WM-Titeln im Eishockey (2002) und von Rad-Star Peter Sagan (2015-2017) war die Empörung über Magoni groß gewesen. Der 57-Jährige entschuldigte sich, doch dass er gelegentlich aneckt, ist Teil seines Erfolgs. 2016 heuerte er bei Vlhová an und machte aus der Slalomspezialistin die einzige Gesamtweltcupsiegerin neben den kroatischen Kostelić-Geschwistern, die aus keiner bedeutenden Skination stammt. Magonis Rezept war dasselbe, wie bei Ex-Schützling Tina Maze in deren Rekordwinter 2012/13: Ein Kraftakt, bei dem kein Rennen ausgelassen wird.

Vlhová benötigt nun einen neuen Teamchef und Ideengeber für die Olympiasaison, Nummer zwei unter Magoni war Ex-Läufer Matej Gemza.
Magoni war stets ein gefragter Mann. Maze wollte ihn zurückholen, als er zu Marta Bassino und Co. nach Italien weitergezogen war, Mikaela Shiffrin soll einmal angefragt haben und auch Lara Gut-Behrami hatte ihn einst als Privattrainer ins Auge gefasst.

(joe)