Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Premium
Album

Juliette Gréco: Nicht feministisch, aber frei

Juliette Greco
Juliette Greco(c) Getty Images (Silver Screen Collection)
  • Drucken
  • Kommentieren

Das Album "Liberté - Égalité - Féminité" zeigt, dass die große Chansonnière nicht als frauenpolitisches Vorbild taugt. Und doch war Freiheit für sie der größte Wert.

Was für ein hübscher Titel: "Liberté - Égalité - Féminité". Bloß, er passt nicht ganz zu den Intentionen der am 23. September 2020 gestorbenen Chansonnière Juliette Gréco. Wenigstens der dritte Begriff. Gréco dachte nämlich, wie sie in ihrer Autobiografie "Je suis faite comme ça" (2012) explizit schrieb, "nie in Geschlechtskategorien". Sie hatte nie Skrupel, Texte von männlichen Dichtern zu singen. Ganz im Gegenteil. Was die Intimität zwischen Mann und Frau angeht, blieb sie in ihrem Leben skeptisch. Obwohl sie Beziehungen mit kulturellen Granden wie Sascha Distel, Miles Davis, Michel Piccoli und Gérard Jouannest hatte, fiel ihr Urteil harsch aus. "Wenn ein Mann und eine Frau sich wirklich verstehen, dann ist das ein Wunder. Normalerweise missversteht man sich ein Leben lang", erklärte sie.