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Julian H.

Wer zahlte für das Ibiza-Video?

Vor dem U-Ausschuss (Bild) sagt "Ibiza-Detektiv" Julian H. als Auskunftsperson aus.
Vor dem U-Ausschuss (Bild) sagt "Ibiza-Detektiv" Julian H. als Auskunftsperson aus.APA/Helmut Fohringer
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Chat-Nachrichten des nunmehr in U-Haft sitzenden „Ibiza-Detektivs“ Julian H. befeuern die oft gestellte Frage nach etwaigen Financiers des Ibiza-Videos.

Wenn am Donnerstag der Produzent des Ibiza-Videos, Julian H., von der Justizwache als Auskunftsperson dem U-Ausschuss vorgeführt wird, könnte es um eine oft gestellte Frage gehen: Floss Geld für die Produktion des Ibiza-Videos? Zu diesem Thema sind nun Chats aufgetaucht, in denen H. von bevorstehenden Einkünften schreibt.

Dies ergibt sich aus Unterlagen des Bundeskriminalamts bzw. aus der Zeugeneinvernahme eines Mannes aus München, dessen (mittlerweile verstorbener) Vater mit H. zusammengearbeitet hatte. Demnach hatte dieser Vater 2018 in die Münchner Sicherheitsfirma von H. 70.000 Euro investiert. Dafür gibt es Belege. Zudem hat der Mann dem Ibiza-Detektiv ein Darlehen, Höhe: 20.000 Euro, gewährt. Als es um die Rückzahlung des Geldes ging – auch das Investment sollte unter bestimmten Bedingungen rückgeführt werden – schrieb H. per WhatsApp an den Investor: „Laut Spiegel ist mit dritter/vierter Februarwoche mit Geld zu rechnen.“ Gemeint ist offenbar das Jahr 2019 (in dem Jahr wurde das Video veröffentlicht). An anderer Stelle ist von einer Zahlung „Mitte Januar“ die Rede.

Das Bundeskriminalamt schreibt in einer „Anmerkung“ dazu: „Zumal ,Julian‘ über ,Zeitungsleute‘ schreibt, ist anzunehmen, dass es sich beim ebenso erwähnten ,Spiegel‘ um ein deutsches Nachrichtenmagazin handelt.“ Und: „Unklar ist, ob K. (der Investor, Anm.) über das Projekt Ibiza-Video in Kenntnis gesetzt worden ist“ – als „Investor“ der Firma von H. „kann dies jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden“. Auch sei „bemerkenswert“, dass seitens des „Spiegel“ in der „3./4. Februarwoche (2019) mit Geld zu rechnen“ sei.

Jene deutschen Medien, die Teile des Ibiza-Videos publik gemacht hatten, nämlich eben der „Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ haben allerdings stets klar dementiert, dass sie für die Überlassung des Videos bezahlt hätten.

Insofern könnte man annehmen, dass Julian H. seinen Geschäftspartner möglicherweise beschwichtigen wollte. Oder dass H. damals vielleicht noch daran glaubte, das Video, welches später Heinz-Christian Strache zu Fall bringen sollte, zu Geld machen zu können.

Ob H. als Auskunftsperson Licht ins Dunkel bringt, bleibt abzuwarten. Wann sein Prozess (dieser dreht sich zum Teil um den Verdacht auf Kokainhandel) in Wien über die Bühne geht, steht noch nicht fest.