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Russland

Anwälte schlagen Alarm: Nawalny geht es schlechter

Nawalny bei einer Gerichtsanhörung im Februar. Jetzt wird er in einem Lager festgehalten.
Nawalny bei einer Gerichtsanhörung im Februar. Jetzt wird er in einem Lager festgehalten.REUTERS
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Der in einem Lager inhaftierte Putin-Kritiker leidet unter Lähmungserscheinungen im Bein. Jetzt verliert er auch langsam das Gefühl in seinen Händen. Nawalny hatte im Sommer einen Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok nur knapp überlebt.

Der Gesundheitszustand Alexej Nawalnys hat sich nach Angaben seiner Anwältin weiter verschlechtert. Der in einem Straflager inhaftierte Putin-Kritiker verliere nun auch das Gefühl in seinen Händen, sagte Olga Michailowa am Mittwoch dem unabhängigen Internetfernsehsender Doschd. Zuvor hatte der Oppositionelle bereits über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein sowie Husten geklagt. Die US-Regierung zeigte sich über die Berichte "beunruhigt".

Nawalny, der sich seit einer Woche aus Protest gegen seine Haftbedingungen in einem Hungerstreik befindet, wiege derzeit etwa 80 Kilogramm, erklärte seine Anwältin. Bei seiner Ankunft in der Strafkolonie habe der 189 Zentimeter große Kreml-Kritiker noch 93 Kilogramm gewogen. Bei einer MRT-Untersuchung seien zudem zwei Hernien diagnostiziert worden - also ein sogenannter Bauchwandbruch. „Er ist natürlich erschöpft, weil er seinen Hungerstreik fortsetzt und nur Wasser trinkt", sagte Michailowa. Sein Fieber sei aber gesunken - von 39 Grad am Montag auf nun 37,2 Grad.

„Alexej hat Schmerzen beim Gehen"

Nawalnys anderer Anwalt Wadim Kobsew schrieb auf Twitter: „Alexej hat Schmerzen beim Gehen." Er verliere jeden Tag ein Kilogramm Körpergewicht. „Was die Verwaltung des Straflagers derzeit macht, ist lediglich, ihn vom Hungerstreik abzubringen." Der 44-Jährige ist seinen Anwälten zufolge noch immer in einer medizinischen Abteilung des Lagers. Nawalny hatte am Montag auf Instagram berichtet, dass drei seiner Mitgefangenen wegen Tuberkulose in ein Krankenhaus gebracht worden seien. Russische Ärzte hatten am Dienstag beim Straflager in Pokrow rund 100 Kilometer östlich von Moskau vergeblich Zugang zu Nawalny gefordert.

Die Mediziner der unabhängigen Allianz der Ärzte forderten nun erneut ein Ende der Folter und die Freilassung Nawalnys, der im Sommer nur knapp einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt hatte. Er war im Februar in einem viel kritisierten Prozess zu einer mehrjährigen Straflager-Haft verurteilt worden. Das Weiße Haus äußerte sich „besorgt" über den verschlechterten Zustand des Oppositionellen. Washington betrachte die Inhaftierung Nawalnys als „politisch motiviert und als eine große Ungerechtigkeit", sagte die Sprecherin von Präsident Joe Biden, Jen Psaki.

(APA/AFP/dpa)