Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Astrophysik

Exoplanet HD 209458 b: Mehr als Methan bei einem heißen Jupiter

In der Atmosphäre eines Exoplaneten konnten sechs Verbindungen nachgewiesen werden.

Wasser, Kohlenmonoxid, Cyanwasserstoff, Methan, Ammoniak, Acetylen: Wie eine Liste der gängigsten kleinen Moleküle klingt die Reihe der Verbindungen, die mit einer neu entwickelten Methode in der Atmosphäre des bereits 1999 entdeckten, 160 Lichtjahre von der Erde entfernten Exoplaneten HD 209458 b nachgewiesen wurden.

Unter Atmosphäre kann man sich dabei freilich nicht so etwas wie die Luft der Erde vorstellen, denn auf diesem Planeten eines anderen Sterns herrscht eine Temperatur von fast 1800 Grad Celsius. Er kommt seinem Stern nämlich sehr nahe, bis auf sieben Millionen Kilometer, das ist ein Zwanzigstel des Abstands zwischen Erde und Sonne. Doch HD 209458 b ist viel größer als die Erde, ein Gasriese wie unser Jupiter. Daher nennt man solche Exoplaneten gern „Hot Jupiters“.

Gesammelt wurden die Daten mit dem italienischen Telescopio Nazionale Galileo auf La Palma bei vier Transits des Planeten an seinem Stern. Bei diesen wird dessen Licht durch die Atmosphäre des Planeten quasi gefiltert. Aus den so ermittelten Verbindungen – auffällig ist, dass CO2 offenbar nicht vorhanden ist – und chemischen Überlegungen schließen Forscher um Andrea Tozzi (Universität Turin) in „Nature“ (7. 4.), dass das Verhältnis von Sauerstoff zu Kohlenstoff auf HD 209458 b ungewöhnlich groß ist, daraus wiederum schließen sie, dass sich dieser Planet „in großer Entfernung von seinem Stern gebildet hat und dann auf ihn zugewandert ist“, wie der an der Arbeit beteiligte Luca Fossati vom Institut für Weltraumforschung in Graz erklärt. Mit der neuen Analysemethode und Teleskopen der nächsten Generation, wie z. B. den Extremely Large Telescopes, könnte man die Atmosphäre erdähnlicher Exoplaneten nach Verbindungen wie molekularem Sauerstoff durchsuchen, die Hinweise auf Leben geben könnten.