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Fahrbericht

Test Hyundai i20: Klein, fesch und sparsam

Das Heck ist die Schokoladenseite des i20
Das Heck ist die Schokoladenseite des i20(c) Norbert Rief
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Die südkoreanischen Designer zeigen auch beim neuen Hyundai i20, was sie können. Der Kleinwagen sieht gut aus, fährt sich gut und bleibt dank eines Dreizylinder-Benzinmotors sparsam.

Wien. Es ist immer wieder interessant, mit wie wenig Auto man auskommt. Nicht unbedingt für die Langstrecke, aber für mittlere und kleinere Strecken. Deshalb ist es auch so schwer zu verstehen, warum manche Hersteller gigantische SUVs elektrifizieren, mit denen man vielleicht 300 Kilometer weit kommt. Elektroautos sind für tägliche Fahrten sinnvoll, aber weniger, um damit ins Ötztal auf Skiurlaub zu fahren. Aber das ist eine andere Diskussion.

Mit dem Hyundai i20 käme man recht problemlos bis ins Ötztal, nach etwa 500 Kilometer müsste man halt für ein paar Minuten stehen bleiben und den 40-Liter-Tank wieder auffüllen. Man könnte sogar die kurzen Slalomski unterbringen und noch ein Kind im Fond mitnehmen, weil sich die Hinterbank getrennt umlegen lässt. Man könnte, muss man aber nicht. Weil der i20 eben nicht für Langstrecken gedacht ist, sondern für Fahrten in und um die Stadt.

Und dafür ist er ideal. Im Vergleich zum Vorgänger wurde er etwas länger und etwas breiter, 4,04 Meter sind aber noch immer wenig genug, um sogar in Wien Josefstadt einen Parkplatz zu finden. Dank des langen Radstands von 2,6 Metern bietet der Hyundai einen großen Innenraum, knapp wird es für Erwachsene lediglich auf den Hintersitzen. Für Kinder genügt es allemal.

Gutes Design

Dass es für Größere hinten knapp wird, liegt am Design. Denn der neue i20 wurde etwas niedriger und fällt nach hinten leicht ab. In Kombination mit der nach unten geduckten Frontpartie verleiht ihm das ein sportliches Auftreten.

Man muss wieder einmal die Designer der Südkoreaner loben, die uns schon beim Hyundai Tucson überzeugt haben: Der i20 sieht einfach gut aus, vor allem hinten. Das durchgehende Lichtband ist schön, die gezackten Rückleuchten verleihen Dynamik.

Auch innen muss man nicht jammern. Es gibt zwar viel Hartplastik, das stört in dieser Klasse aber nicht. Die Fahranzeigen sind digital, das Achtzoll-Navi ist ausreichend, für die Unterhaltung kann man selbst mit Android Auto oder Apple CarPlay sorgen. Für die Klimaanlage gibt es Knöpfe und Schalter und kein Untermenü vom Hauptmenü im Touchscreen.

Viele Assistenten

Unter der Haube unseres Testautos schnarrte ein Dreizylinder-Benzinmotor mit 100 PS brav vor sich hin. Die Automatik sortierte unauffällig und präzise die sieben Gänge, je nach Drive-Mode auch schneller oder langsamer. Der Durchschnittsverbrauch im Test pendelte sich bei 5,4 Liter ein. Geboten werden auch etliche Assistenten, die beim Spurhalten ebenso helfen, wie bei einer Notbremsung oder beim Berganfahren.

Preislich beginnt der i20 bei 13.990 Euro, unser Testmodell der Line-Plus-Serie kostete knapp 20.000 Euro. Interessant wird es demnächst, wenn Hyundai den i20 als N-Version nach Österreich bringt. 204 PS bei einem Eigengewicht von 1190 Kilogramm – das verspricht Spaß.

(rie)


[RCU1F]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.04.2021)