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Elektroroller

Und es hat „Zzzzz“ gemacht

Bis zu 95 km/h schnell (außerhalb der Stadt), leise und umweltfreundlich: Der Mo von Seat.
Bis zu 95 km/h schnell (außerhalb der Stadt), leise und umweltfreundlich: Der Mo von Seat.Christian Houdek
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Im städtischen Gebiet könnte sich die Zahl der Elektroroller bis 2025 vervierfachen.

Wer früher einmal, als man noch reisen durfte, durch Peking spazierte, dem fielen vor Geschäften und Restaurants große Akkus auf, die abenteuerlich verkabelt an Steckdosen hingen. Wenn nun jemand ein Essen auslieferte, eine Ware brachte oder teilweise auch nur in dem Geschäft einkaufte und mit einem kleinen Elektromoped unterwegs war, nahm er sich einen dieser Akkus und hängte dafür jenen seines Rollers an.

Etwa 200 Millionen dieser billigen Elektroroller (um die 300 Euro), die meist der italienischen Vespa nachempfunden sind, dürften in ganz China unterwegs sein. In Peking sind diese E-Scooter für viele eine der wenigen Möglichkeiten, mobil zu sein. Für Verbrennermodelle sind die Nummernschilder nämlich begrenzt.

Nach Europa haben es diese Billigstroller nie geschafft, aber dafür langsam die Idee dahinter. Warum mit dem Auto in die Stadt pendeln, die Umwelt belasten und im Stau stehen, wenn man sich auch mit einem elektrischen Motorrad umweltfreundlich an den Autos vorbeischlängeln kann und sich noch dazu die mühsame Suche nach einem Parkplatz erspart?

Das Potenzial für solche E-Scooter, die in Verbrennerdimensionen einem Roller bis zu einem Hubraum von 125 Kubikzentimetern entsprechen, ist jedenfalls enorm. Laut Marktforschung werden heuer in Europa etwa 43.000 E-Motorräder bis 125 ccm abgesetzt, in vier Jahren – 2025 – sollen es bereits 188.000 sein. Haupttreiber ist die Coronakrise. Die Menschen scheuen aus Sorge vor Ansteckung öffentliche Verkehrsmittel.


E-Roller von Seat

Eines der interessanteren Modelle bringt nun ausgerechnet der Autohersteller Seat nach Österreich: Der Seat Mo ist ein E-Scooter der 125-Kubik-Klasse mit 12,2 PS Spitzenleistung, einer Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h und einem 5,6-kWh-Akku, der eine Reichweite bis zu 137 Kilometer (im Ecomodus) verspricht. Eine erste kurze Spritzfahrt durch Wien bestätigt das Erlebnis, das man von Elektroautos kennt: Nämlich ein Drehmoment, das sofort anliegt und in dem Fall jedes Auto einsam an der Ampel zurücklässt.

Besonders praktisch für die Stadt ist die Akkulösung: Die Batterie kann man mit einem Griff aus dem Motorrad entfernen und wie einen Reisekoffer auf Rädern hinter sich in die Wohnung herziehen (ein Aufzug ist empfehlenswert, der Akku wiegt 41 Kilogramm). An der normalen Steckdose ist der Akku nach sechs bis acht Stunden wieder voll.

Beim Preis wird die Freude allerdings etwas gedämpft: Seat verkauft den Mo über das Internet (mit kostenloser Zustellung) um 6699 Euro. Nach der staatlichen Förderung bleiben unterm Strich 5999 Euro.

Wer nur einmal elektrische Mopeds ausprobieren möchte, kann auf verschiedene Sharing-Dienste zurückgreifen. Etwa vom ÖAMTC (Easy Share in Wien, Graz und Klosterneuburg) oder auf Go-Sharing und auch Sco2T. In Barcelona betreibt Seat ebenfalls eine Leihflotte mit seinem elektrischen Mo. Aber dafür muss man wieder reisen dürfen.

COMPLIANCE-Hinweis

Die Reisen zu Produktpräsentationen wurden von den Herstellern unterstützt. Testfahrzeuge wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2021)

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