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Deutschland

CDU-Spitzen für Laschet als Unions-Kanzlerkandidat

Klausurtagung Unionsfraktion
Armin LaschetAPA/dpa/Michael Kappeler
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Offenbar hat sich die CDU auf Armin Laschet als Kanzlerkandidaten und Nachfolger von Angela Merkel geeinigt.

Das CDU-Präsidium in Deutschland hat sich einmütig hinter eine Kanzlerkandidatur von Parteichef Armin Laschet gestellt. Das bestätigte der hessische Ministerpräsident, Volker Bouffier, am Montag nach einer Sitzung des Präsidiums. Das CDU-Präsidium habe Laschet ohne Ausnahme unterstützt, sagte Bouffier. Damit erteilte die CDU den Ambitionen des bayerischen Ministerpräsidenten, Markus Söder, der sich am Sonntag ebenfalls als Kanzlerkandidat angeboten hatte, eine klare Absage, während sich das CSU-Präsidium am Montag einstimmig für Söder aussprach. Nun solle in einer "Verhandlungsdelegation" von CDU und CSU über den Kanzlerkandidaten beraten werden, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume im Anschluss an die Sitzung des Präsidiums.

Angaben aus Parteikreisen zufolge sprach sich auch der CDU-Bundesvorstand in einer Telefonschaltung fast geschlossen für Laschet aus. Der deutsche Bundestagspräsident, Wolfgang Schäuble, habe Laschet attestiert, er bringe alles mit für die Herausforderungen einer Kanzlerkandidatur. Der niedersächsische CDU-Chef, Bernd Althusmann, habe sich ebenfalls für Laschet ausgesprochen. Laschet habe eine klare Haltung und ein festes Wertefundament - dies sei jetzt wichtig. Der Chef der Senioren-Union, Otto Wulff, habe dem Bergmannssohn Laschet ein "Glück auf" gewünscht.

Bouffier sagte indes, man habe keinen Beschluss gefasst - dies war auch nicht geplant. Die Vorstellung der CDU-Spitze sei es, eine gemeinsame Lösung mit der bayerischen Schwesterpartei CSU in Wochenfrist hinzubekommen. Bouffier ergänzte mit Blick auf Laschet, das Präsidium habe deutlich gemacht, "dass wir ihn für außergewöhnlich geeignet halten und ihn gebeten, mit Markus Söder jetzt gemeinsam den weiteren Weg zu besprechen, wie wir das machen".

Söder will Entscheidung erst Ende der Woche

Die Herausforderung sei so groß, "dass wir die nur gemeinsam stemmen können", sagte er und nannte die Bewältigung der Pandemie und die Lage in Europa. "Wir glauben, dass die Union das am besten kann. Aber das kann sie nur dann, wenn CDU und CSU ganz eng beieinander sind und wir das in einem wirklich guten Prozess miteinander dann auch zu Ende bringen." Er sei zuversichtlich, dass dies gelinge.

Im Anschluss an die Präsidiumssitzung wollte Laschet auch im größeren Parteivorstand für Unterstützung werben. Laschet und Söder hatten am Sonntag erstmals ihre Bereitschaft zur Kandidatur öffentlich erklärt. Laschet wollte die Öffentlichkeit am frühen Nachmittag über das Ergebnis der Beratungen der CDU-Spitze informieren. Ursprünglich war geplant, dass sich Generalsekretär Paul Ziemiak den Fragen stellt.

Söder hatte seine Kandidatur am Sonntag bei einem gemeinsamen Auftritt mit Laschet vor der Spitze der Unionsfraktion von einer breiten Unterstützung durch die CDU abhängig gemacht. Bayerns Ministerpräsident sagte zu, sich anderenfalls einzuordnen und ohne Groll mit Laschet zusammenzuarbeiten. Am Montag erklärte Söder, es sei noch nicht der Tag der Entscheidung: Vielmehr werde man sich Ende der Woche zusammensetzen, so der bayerische Regierungschef am Montag laut Teilnehmern in einer Schaltung des CSU-Präsidiums. Er werde auch darum bitten, dass sich nicht nur zwei Personen zusammensetzten, sondern weitere Vertreter beider Parteien mit dabei seien.

Söder betonte demnach zudem, der Kanzlerkandidat müsse von einer breiten Mehrheit der Mitglieder getragen werden. Beide Parteien müssten sich ehrlich machen, mit wem man die besten Chancen habe.

Söder selbst bekräftigte, er sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. Es werde aber keinen Streit und keinen Groll geben, wenn die CDU dies anders sehe. Auch das CSU-Präsidium werde am Montag keinen Beschluss fassen, sagte Söder - aber man wolle ebenfalls ein Meinungsbild.

(red./APA/dpa/Reuters)

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