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Quergeschrieben

Nimmermüder Hochleistungs­journalist, wunderbarer Kollege

Franz Zoglauer im Jahr 2007
Franz Zoglauer im Jahr 2007ORF
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Franz Zoglauer war Kulturjournalist aus Leidenschaft. Seine wichtigsten Werkzeuge waren profundes Wissen und journalistische Sorgfalt. Nachruf auf einen der Besten.

Es gibt Weggefährten, die man vielleicht immer wieder aus den Augen verliert, aber nie aus dem Sinn. Franz Zoglauer, dieser wissende, zum Schauen und Hören so überaus begabte, die Kunst in ihrem innersten Wesen verstehende, außergewöhnliche Mensch war so jemand. Wir waren Kollegen im ORF; aber auch, als wir beide längst nicht mehr am Küniglberg arbeiteten, trafen wir einander bei Premieren, er immer mit seiner geliebten Frau Christl an seiner Seite.

Ich erinnere mich gut an unsere allererste Begegnung: Franz Zoglauer gehörte einer Art informellem Entscheidungsgremium an, das der damalige Kulturchef Karl Löbl einberufen hatte, um über mich als einen möglichen Neuzugang zu entscheiden. Das Büro lag im verrauchten Halbdunkel, ja, damals rauchte man noch ungeniert, nur der Franz nicht. Ich saß also maximal nervös Löbl und seinen vier Ressortchefs gegenüber, die mir höflich zuhörten. Nur an Zoglauers Körperhaltung konnte man deutlich erkennen, dass ihn mein Bewerbungsgespräch eher mäßig interessierte, weil er sehr viel lieber woanders gewesen wäre: Im Theater nämlich, in der Oper, im Konzert oder wenigstens im Schneideraum.