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Immobilien

Eigentumswohnungen in fünf Jahren um ein Viertel teurer geworden

Coronabedingte Unsicherheit führte zu steigender Nachfrage. Am teuersten waren Wohnungen im Vorjahr in Vorarlberg.

Anhaltend niedrige Zinsen und die Verunsicherung durch die Coronapandemie haben im vergangenen Jahr zu einer weiter steigenden Nachfrage nach Eigentumswohnungen geführt, insbesondere bei Anlegern. Die Preise legten 2020 erneut zu, wenngleich der Anstieg mit 4,3 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre lag. Im Fünfjahresvergleich zogen die Preise für Eigentumswohnungen über ein Viertel (26,1 Prozent) an, im Zehnjahresvergleich sogar um 70 Prozent.

Das geht aus Daten des Immobilienmarktexperten Remax hervor, die auf tatsächlich verkauften und verbücherten Wohnungen in Österreich basieren. Remax-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer geht davon aus, dass noch im heurigen Jahr das Angebot an Eigentumswohnungen wieder steigen wird. "Dies wird in weiterer Folge dazu führen, dass die Preiskurve weiter abflachen wird bzw. in vielen Regionen die Preise sogar nachgeben werden. Nichtsdestotrotz bleiben Eigentumswohnungen für die Eigennutzung, aber auch als Anlageform und zur Pensionsvorsorge, weiter begehrt und vor allem empfehlenswert", so der Branchenvertreter.

Am teuersten waren Wohnungen im Vorjahr in Vorarlberg mit einem Quadratmeterpreis von 4436 Euro, dahinter folgten Wien (4186 Euro), Salzburg (4026 Euro) und Tirol (4014 Euro). Am billigsten waren die Quadratmeterpreise im Burgenland mit 2341 Euro, vor der Steiermark mit 2525 Euro und Kärnten mit 2803 Euro. In der Mitte fanden sich Ober- und Niederösterreich mit jeweils 2981 Euro pro Wohnungsquadratmeter. In allen Bundesländern zogen die Preise 2020 an. Die Bandbreite erstreckte sich laut Remax von +1,3 Prozent (Salzburg), +2,4 Prozent (Wien) bis +12,7 Prozent (Vorarlberg) und +20,9 Prozent (Burgenland).

Stärkster Preiszuwachs im „Kanzlerbezirk"

Die teuersten Bundesländer sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Wien, die teuersten Landeshauptstädte Bregenz, Innsbruck und Salzburg. Unangefochten an der Spitze steht nach wie vor der 1. Bezirk in Wien mit 10.318 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche - gegenüber 2019 ist das jedoch ein Preisverfall von rund 17 Prozent. Auf Platz zwei kommt der Bezirk Landstraße, wo sich die Quadratmeterpreise um fast 10 Prozent auf 5418 Euro verteuerten. Der "Kanzlerbezirk" Meidling wurde um 17 Prozent teurer und hatte damit die stärkste Zuwachsrate. Die günstigsten Quadratmeter waren im Bezirk Brigittenau zu finden.

In Wien hat sich der Anstieg der Wohnungspreise im Jahr 2020 eingebremst. Im Durchschnitt kostete eine Eigentumswohnung 247.253 Euro, um nur 0,4 Prozent mehr als 2019. Mit 14.795 neu verbücherten Eigentumswohnungen legte Wien um 249 Einheiten gegenüber 2019 zu.

Ganz anders sieht es im Burgenland aus. Dort sind die Wohnungen zwar österreichweit noch immer am günstigsten, mit fast 11 Prozent sind sie aber prozentuell am meisten gestiegen. Besonders befragt war der Bezirk Neusiedl am See: Dort kostete eine Eigentumswohnung im Schnitt 159.154 Euro und damit um über ein Drittel mehr als noch im Jahr 2019 - laut Remax ein neuer burgenländischer Rekord.

Absolut wie relativ den höchsten Zuwachs an neuen Wohnungseigentümern verzeichnete im Vorjahr Oberösterreich. In Summe wurden 6.491 neue Wohnungen verbüchert, ein Plus von fast 10 Prozent. Auch in Vorarlberg, Wien und der Steiermark wurden im vergangenen Jahr mehr Wohnungen verkauft als 2019. Im Burgenland, Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und Tirol gab es hingegen weniger neue Wohnungseigentümer. In ganz Österreich wurden im Vorjahr 50.386 Eigentumswohnungen gekauft, nach 49.832 im Jahr 2019.

Nachfrage treibt den Preis

Österreichweit gesehen bezahlte ein Viertel aller Wohnungskäuferinnen und -käufer maximal 138.000 Euro pro Wohnung. Die Preissteigerung in diesem Segment lag bei 6,2 Prozent. Das oberste Viertel bezahlte im Schnitt 295.000 Euro, um 3,9 Prozent mehr als 2019. "Es ist schon sehr bedenklich, wenn die Wohnungspreise in absoluten Zahlen oben wie unten fast gleich schnell steigen", räumte Remax-Experte Anton Nenning ein. Der Preisdruck sei nachfrage getrieben von Menschen, die in eher kleineren Wohnungen als Single leben wollen oder müssen, oder tendenziell kleinere Wohnungen als Anlageform kaufen.

In den Jahren 2010 bis 2017 sind die Durchschnittsgrößen der gehandelten Wohnungen gesunken. Seither gehen sie wieder nach oben, wenngleich nicht in großen Sprüngen.

(APA)