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Valentinos Kontroverse um einen nackten Mann

Ein nackter Mann in weiblicher Pose. Genug Stoff für eine Kontroverse?
Ein nackter Mann in weiblicher Pose. Genug Stoff für eine Kontroverse?Valentino
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Ein Werbesujet mit einem nackten Mann mit Handtasche erhitzt die Gemüter. „Sex sells" gilt anscheinend nach wie vor nur für Frauen.

Freizügig gekleidete Frauen sind aus der Werbung kaum wegzudenken, der Werbe-Klassiker "Sex sells" wird schließlich nach wie vor gut und oft bedient. Das italienische Luxusmodehaus Valentino hat dasselbe Konzept angewendet, dafür aber kontroverses Feedback erhalten. Der Grund: Bei dem Model, das nackt eine Handtasche des Modehauses präsentiert, handelt es sich nicht um eine Frau, sondern um einen Mann.

Dieses Spiel mit den Geschlechterrollen und Klischees kommt nicht bei allen gut an. Unter dem Instagram-Post stehen Kommentare wie "Disturbing“ (verstörend)  und "Disgusting“ (widerlich), aber auch viele positiven wie etwa "Ich hoffe, diese Kampagne gewinnt Preise" und "Bravo Valentino. Inklusion ist eine tolle Botschaft und ich bin froh zu sehen, wie ihr versucht die Grenzen aufzuweichen."

Einige User vermuten im Model einen jungen Johnny Depp. Tatsächlich handelt es sich um den Fotografen Michael Bailey-Gates, der sich selbst in einer typisch weiblichen, lasziven Pose ablichtete.

Bei dem Kampagnensujet fühlt man sich an das kultige Werbemotiv von Yves Saint Laurent erinnert. Der Designer ließ sich vor 30 Jahren für seinen neuen Herrenduft nackt ablichten. Viele der Reaktionen sind damals wie heute die gleichen.

Männer, die sich gegen die klassischen Geschlechterrollen stellen, gibt es zwar immer mehr. Etwa Sänger Harry Styles, der sich im Kleid für die "Vogue" fotografieren ließ oder Mark Bryan, der in Röcken und High-Heels zur Arbeit erscheint. Dennoch sorgen Geschichten wie diese noch immer für Kontroversen. Als Rapper Kid Cudi als Hommage an Kurt Cobain bei der TV-Show "Saturday Night Live" im Blümchenkleid von Off White auftrat, war die Empörung groß.

Designer Pierpaolo Piccioli hat für die negativen Kommentare klare Worte. "Dieses Bild ist ein Selbstporträt eines jungen schönen Mannes und das Böse liegt im Auge des Betrachters, nicht in seinem nackten Körper. Veränderung ist möglich, niemand hat jemals gesagt, dass es einfach sein würde, aber ich bin bereit, mich im Namen von Freiheit, Liebe, Toleranz und Wachstum Schwierigkeiten zu stellen."