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Filmporträt

Dior-Parfümeur François Demachy: Steigerung der Riechweite

Besonnen. François Demachy arbeitet exklusiv für Dior Beauté.Sebastien Gay-Brown, Dior
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Ein Filmporträt von Dior-Hausparfümeur François Demachy erlaubt Einblicke in ein komplexes Kunsthandwerk.

In einer der Anfangsszenen des ihm gewidmeten Dokumentarfilms beantwortet François Demachy die Frage, ob sich eine dreitägige Reise durch Indonesien zum Bestaunen einer Patschulipflanze in ihrer natürlichen Umgebung lohne, mit der Leidenschaft, die den berühmten Parfümeur auszeichnet: „Auf jeden Fall, für mich ist es immer berührend zu erfahren, wo etwas herkommt. Weil das auch der Ort ist, wo ein Parfum seinen Ursprung hat.“ Und so heftet sich das staunende Publikum in „Nose“ an Demachys Fersen, man begleitet ihn aber nicht nur durch den tropischen Regenwald, sondern auch zu Bergamottebäumen in Italien, Mairosen im südfranzösischen Grasse – der Welthauptstadt der Parfümerie.

Ebenso sieht man ihn in trautem Einvernehmen mit seinem Berufskollegen Jacques Cavallier, der in demselben Anwesen in Grasse für die Dior-Schwestermarke Louis Vuitton Düfte komponiert, und sieht Demachy bei Cocktailpartys, auf Galaempfängen und bei Stelldicheins mit Schauspielerin Virginie Ledoyen und Topmodel Eva Herzigova. Demachy hat also einen aufregenden und facettenreichen Beruf, den er selbst freilich nicht mit allzu viel Legendenbildung umranken möchte. „Wir sind Kunsthandwerker. ­Parfümeur zu sein, dafür braucht es Kreativität und Intutition, aber zugleich auch viel technisches Wissen – das Gesamtergebnis entsteht aus einem stabilen Gleichgewicht der beiden Teile.“

Floral. Mit Blütenlieferantin Carole Biancalana im Domaine de Manon.Dior

Geheimniskrämerei. Der Untertitel des Films von Arthur de Kersauson und Clément Beauvais deutet es an: Es handelt sich hier nicht allein um ein Porträt der Dior-Hausnase, wie es so schön metonymisch heißt, den Menschen auf sein Riechorgan verknappend, sondern um Einblicke in „the most secret job in the world“. Viele Geheimnisse des Berufs erschließen sich Laien ohne die profunde und langjährige Parfümeursausbildung allerdings sowieso schwer, und doch wird hier viel Basiswissen vermittelt. Etwa duch flankierende Interviews mit Produzentinnen und Produzenten von Inhaltsstoffen (wie veredelt man Rosen mit Centifolia-Ablegern, und wie lang muss der Pottwal-Auswurf zu für die Parfümerie interessantem Ambra reifen?) oder immer wieder hereinflatternde Gesprächsfetzen.
So fragt Virginie Ledoyen den Parfümeur etwa, wie der erste von ihm kreierte Duft roch und für wen er ihn schuf – zum Beispiel für eine Frau, die er begehrte? Bei seiner Antwort hält Demachy nicht hinter dem Berg mit dem Verweis auf etwas weniger luxuriöse Aspekte der Parfumkreation, es habe sich nämlich um eine Komposition gehandelt, „die appetitanregende Wirkung auf Rinder haben sollte“. Seit er sich freilich auf Menschen als Zielgruppe verlegte, seit einigen Jahren exklusiv für Dior tätig ist, zahlreiche Bestseller und raffinierte Kompositionen schuf, folgt Demachy einem anderen Credo: „Das Parfum ist eng an das menschliche Verlangen geknüpft.“

Tipp:

„Nose. The most secret job in the world“. Auf Apple TV, Prime Video und Google Play.