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Halbfinale komplett

Champions League: Dortmund verpasst die "Weltsensation"

Champions League - Quarter Final Second Leg - Borussia Dortmund v Manchester City
Torschütze Phil Foden (r.) jubelt über den Siegtreffer zum 2:1.Pool via REUTERS
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Dortmund schöpfte nach einem frühen Tor gegen Manchester City Hoffnung, nach 180 Minuten war es aber doch ein Klassenunterschied, der die beiden Teams trennte. Auch Real Madrid steht im Halbfinale.

Borussia Dortmund ist in der Champions League der angepeilte Coup misslungen. Die Deutschen verloren das Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester City auf heimischem Boden mit 1:2 und schieden mit einem Gesamtscore von 2:4 aus. Man City trifft im Halbfinale (27./28. April) nun auf Bayern-Bezwinger Paris SG. Der zweite Finalist wird im Duell zwischen Chelsea und Real Madrid (0:0 im Rückspiel, Gesamtscore 3:1 gegen Liverpool) ermittelt.

Dortmund war vor dem Hinspiel in England als klarer Außenseiter gehandelt worden, weil Form und Saisonverlauf eigentlich keine Zweifel an einem Erfolg Manchester Citys gelassen hatten. „Wenn du ausscheidest, sagt jeder, dass es klar war. Wenn du sie aber rausschmeißt, ist es natürlich eine Weltsensation“, erklärte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke – und spekulierte insgeheim genau damit.

0:1 – und City zündet den Turbo

Die Citizens dominieren die englische Premier League, bei elf Punkten Vorsprung auf Manchester United liegt der Titel quasi zum Abholen bereit. Doch just gegen einen in der Bundesliga schwächelnden BVB präsentierte sich die Elf von Pep Guardiola vor acht Tagen nicht in ihrer besten Verfassung. Dortmund hatte in den ersten 90 Minuten dieses Vergleichs furchtlos agiert, und an guten Tagen kann diese Mannschaft jeden Gegner in arge Bedrängnis bringen – an der personellen Qualität mangelt es per se nicht.

Das 1:2 vom Hinspiel ließ die Schwarz-Gelben hoffen, der Glaube an die „Weltsensation“ war vor dem Rückspiel am Mittwoch gewachsen. Noch mehr, nachdem Jude Bellingham, 17-jähriger Engländer im Trikot von Dortmund, die Gastgeber früh in Führung geschossen hatte (15.). Danach aber spielte nur noch Manchester City, das den Ernst der Lage zeitgerecht erkannt hatte.

Was Lionel Messi für Barcelona und Neymar für Paris ist, das ist Kevin de Bruyne für Manchester City. Der Belgier, 29, ist Herz und Hirn dieser Mannschaft, erst vergangene Woche hatte er seinen Vertrag vorzeitig bis 2025 verlängert. In der 25. Minute donnerte De Bruyne den Ball an die Latte, Riyad Mahrez (32.) und Oleksandr Sintschenko (38.) fanden weitere gute Möglichkeiten vor.

Der Ausgleich hatte sich angekündigt, er fiel in der 54. Minute aus einem Elfmeter durch Mahrez. Dortmund schnappte nach Luft, es gab kaum noch Entlastung, weil City den Ball mit schier traumwandlerischer Sicherheit durch die eigenen Reihen laufen ließ.
Mehr als einen Kopfball von Mats Hummels (69.) hatte Dortmund nicht mehr zu bieten. Es war letztlich doch der erwartete Klassenunterschied, der diese beiden Mannschaften trennt.

PSG gegen City: Die besten Angriffsreihen der Welt

Und so ging es auch in Ordnung, dass Manchester City dieses Spiel noch gewann. Einen Schuss von De Bruyne nach sehenswertem Solo konnte BVB-Torhüter Marwin Hitz noch parieren (74.), wenige Augenblicke später sah Hitz beim Distanzschuss von Phil Foden und dem finalen Treffer zum 2:1 weniger gut aus (75.).

Manchester City steht zum zweiten Mal nach 2016 (Aus gegen Real Madrid) im Halbfinale der Champions League, das bevorstehende Kräftemessen mit Paris SG ist auch das Duell der wohl stärksten Offensivreihen der Welt: Dort Mbappé, Neymar und Di María, da De Bruyne, Mahrez und Sterling. Tore sind garantiert.

Im zweiten Spiel des Abends fehlte Liverpool gegen Real Madrid (0:0) trotz einer Steigerung nach dem 1:3 im Hinspiel eben diese offensive Durchschlagskraft. (cg)

("Die Presse", Printausgabe 15.04.2021)