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Zeitplan

Bis Mitte Juli sollen sechs Millionen Menschen geimpft sein

Corona-Impfung wird verabreicht.
Corona-Impfung wird verabreicht.APA/EXPA/JOHANN GRODER
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Der Bundeskanzler spricht von einem „Impfturbo“ - vorausgesetzt, die Liefervereinbarungen werden eingehalten.

Von einem sogenannte "Impfturbo für uns“ hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bereits am Mittwoch gesprochen. Da wurde bekannt, dass die Hersteller Biontech und Pfizer den EU-Staaten bis Ende Juni 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff mehr als ursprünglich geplant liefern und eine Million davon an Österreich gehen wird. Was das genau für Österreichs Impfplan bedeutet, wollte der Kanzler da noch nicht sagen. Im „Ö1-Morgenjournal“ am Donnerstag hat er dann doch erste Zahlen und Daten genannt. „Wenn alle Liefervereinbarungen eingehalten werden, dann können wir bis Mitte Juli sechs Millionen Menschen eine Erstimpfung in Österreich anbieten."

Rund 7,5 Millionen Menschen kommen in Österreich generell für eine Impfung infrage. Doch nicht alle möchten sich impfen lassen. Derzeit geht man von fünf Millionen Impfwilligen aus. „Das bedeutet, dass wir dieses Ziel, das wir uns gesetzt haben, auch einhalten können“, so Kurz. Für durchaus realistisch hält das auch Katharina Reich, die Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit: Man habe immer verkündet, dass alle, die wollen, spätestens im Sommer eine Impfung bekommen werden - also auch Junge und ganz Gesunde. Mit der einen Million Impfdosen, die vorgezogen werden, könne man dieses Angebot „wahrscheinlich 14 Tage oder drei Wochen früher“ aussprechen. Die Generaldirektorin rechnet damit also bereits im Juni und nicht erst im Juli.

Das „Ö1-Morgenjournal“ zitiert auch aus einer Berechnung des Teams rund um den Simulationsforscher Niki Popper. Demnach sollen bis Ende Juni 65 Prozent der unter 65-Jährigen den ersten Stich haben. Alle älteren Menschen, die das möchten, sollen da schon zu hundert Prozent geimpft worden sein. Insgesamt hätten bis dahin also drei Viertel der Gesamtbevölkerung eine Impfung erhalten. Diese Berechnung wurde allerdings noch vor dem Bekanntwerden der rascheren Pfizer-Lieferung angestellt. Es gibt also noch Luft nach oben.

„Versuch, die Bevölkerung für blöd zu verkaufen"

Allerdings sind all diese Versprechen mit Vorsicht zu genießen. In den vergangenen Monaten gab es bei den Lieferungen einzelner Impfstoffhersteller immer wieder Verzögerungen. Vom AstraZeneca-Impfstoff, der das Rückgrat der EU-Impfkampagne hätte sein sollen, kam nur ein Drittel der bestellten Menge an. Auch bei Johnson & Johnson gab es Probleme. Es ist nicht klar, in welchem Ausmaß mit den erwarteten 600.000 Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson in Österreich zu rechnen ist – das Unternehmen hat nach Meldungen über Thrombosen in den USA seine Auslieferung in der EU vorerst gestoppt.

Die Opposition zeigt sich trotz der Pfizer-Ankündigung weiterhin skeptisch. Die SPÖ kritisierte in einer Aussendung, Kurz würde nach der "verbockten Impfstoffbeschaffung" nunmehr versuchen, "die Bevölkerung für blöd zu verkaufen". Denn es komme keine einzige Impfdosis mehr, sondern die Lieferungen würden nur vorgezogen. Abwartend reagieren auch die Neos. "Jetzt liegt es an unserer Regierung sowie dem künftigen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), das volle Kontingent in Anspruch zu nehmen und auch so rasch wie möglich zu verimpfen. Leider haben wir in der Vergangenheit ja bereits erlebt, dass selbst auf uns zustehende Dosen blind verzichtet worden ist", kritisierte der pinke Gesundheitssprecher Gerald Loacker.

(j.n./APA)