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Medientage: ORF-Onlinechef warnt vor Beschränkungen

''Wenn der Marktführer beschnitten wird, leiden alle, '' sagt ORF-Onlinedirektor Thomas Prantner.
''Wenn der Marktführer beschnitten wird, leiden alle, '' sagt ORF-Onlinedirektor Thomas Prantner.(c) ORF (Hans Leitner)
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Der heimische Online-Werbemarkt darf nicht losgelöst vom Marktführer ORF betrachtet werden, sagt ORF-Onlinedirektor Thomas Prantner. "Wenn der Marktführer beschnitten wird, leiden alle".

Der österreichische Online-Werbemarkt kann aus Sicht von ORF-Onlinedirektor Thomas Prantner nicht losgelöst vom Marktführer ORF betrachtet werden. Allzu große Einschränkungen für das öffentlich-rechtliche Online-Angebot würden sich auch auf den Rest der Online-Medien auswirken. "Wenn der Marktführer beschnitten wird, leiden alle", sagte Prantner. Hans Gasser, Präsident des Verbands Österreicher Zeitungen (VÖZ), erinnerte wiederum daran, dass der ORF Gebührengelder im Ausmaß einer halben Milliarde Euro jährlich bekomme.

Es sei ein Missverständnis, dass Werbegelder automatisch zu anderen Online-Portalen und Anbietern fließen würden, so Prantner. Er verwies auf die jüngsten Einschränkungen durch das ORF-Gesetz. "Wir hatten einen erfolgreichen IT-Channel, den wir mit 30. September beenden müssen. Jammern hilft nichts, aber ich bin neugierig, ob die Gelder, die dem ORF in Zukunft nicht zur Verfügung stehen, automatisch in das 'WirtschaftsBlatt' oder andere wandern werden."

"Sender mit 530 Mio. Euro Zwangsgebühren"

VÖZ-Präsident Gasser, der auch Vorstandsvorsitzender des "WirtschaftsBlatt" ist, verwies auf die gesetzlich verankerten Gebühreneinnahmen, die dem ORF zu Gute kämen. "Das Gesetz betrifft einen öffentlich-rechtlichen Sender, der jedes Jahr 530 Millionen Euro an Zwangsgebühren bekommt, und damit eine Sendeanstalt ist, die fast ein Alleinstellungsmerkmal in Europa hat, was ihren Marktanteil und ihre Marktmacht angeht", so Gasser.

Im jüngsten ORF-Gesetz, das die öffentlich-rechtlichen Online-Aktivitäten zum Teil beschränkte, ging es aus der Sicht Gassers vor allem "um die Präzisierung der Rahmenbedingungen". Der Online-Markt sei bis zu einer Beschwerde des VÖZ vor der Wettbewerbsbehörde im Jahr 2004 einem völligen Wildwuchs unterlegen.

Weniger Werbeauflagen in anderen Ländern

In anderen Ländern seien die Auflagen für Werbemöglichkeiten in öffentlich-rechtlichen Unternehmen wesentlich beschränkter, wiewohl man in Österreich speziellen Rahmenbedingungen Rechnung tragen müsse. Etwa, dass mit Deutschland ein viel größerer gleichsprachiger Medienmarkt warte. Insofern könne man vom ORF nicht die selben rigorosen Vorschriften verlangen, sagte Gasser. "Eines sollte aber nicht passieren: Wenn man den kleinen Finger gibt, das gleich die ganze Hand kassiert wird."

Unzufrieden sei Gasser etwa mit manchen Unklarheiten bei der Vorabprüfung von neuen Online-Inhalten des ORF. Bei den Online-Werbemöglichkeiten sieht Gasser eine "sehr großzügige Deckelung der Umsatzgrenzen für die nächsten Jahre. Ich wünsche uns, dass der ORF die Grenzen erreicht. Auch andere profitieren, wenn das größte Online-Medium dermaßen wächst".

(APA)