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Streamingtipps

Jedem Erstling wohnt ein Zauber inne: Hier kann man die Debütfilme heutiger Regiestars streamen

Das Filmdebüt der Oscar-Anwärterin Chloé Zhao wurde online veröffentlicht. Wie bei vielen arrivierten Kollegen spürt man schon dort Talent und Ambition: Wir empfehlen sieben sehenswerte Einstandswerke.

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Songs My Brothers Taught Me

Von Chloé Zhao, 2015
Zu sehen auf Mubi

Nicht alle haben klein angefangen: Die Filmgeschichte birgt etliche Beispiele für Regiekünstler, die gleichsam in voller ästhetischer Montur auf die Welt kamen und vor Stilbewusstsein strotzend schon mit ihrem Erstlingswerk die Kinnladen zum Kippen brachten. Chloé Zhao, deren dritter Film „Nomadland“ reihenweise Preise einheimst (und gute Oscar-Chancen hat), konnte mit ihrem Debüt „Songs My Brothers Taught Me“ (derzeit als exklusive Wiederveröffentlichung auf Mubi) zwar keinen Senkrechtstart hinlegen, ihr Talent war aber schon damals klar ersichtlich. Das Porträt eines Ureinwohner–Reservats in South Dakota beeindruckt mit souveräner Balance zwischen Dokumentarcharakter, Stimmungsmalerei und klassischem Erzählwillen. Im Fokus steht eine Familie, die der Sohn mit Alkoholverkauf über Wasser hält. Kurz nach dem Unfalltod des Vaters treiben wir mit ihm und seiner jüngeren Schwester durch den Alltag der randständigen Gemeinde, wobei die Tristesse der Verhältnisse von menschlicher Wärme und der erhabenen Landschaft gepolstert wird. Bei der Recherche zum Film lernte Zhao den Rodeoreiter Brady Jandreau kennen: Laienhauptdarsteller ihres Zweitlings „The Rider“, der sie 2017 wirklich bekannt machte.

Reservoir Dogs

Von Quentin Tarantino, 1992
Zu sehen auf Netflix

Vom Videotheksangestellten zum Starregisseur! Eine regelrechte Aschenputtel-Story steht am Anfang des Werdegangs von Quentin Tarantino, dessen quasi überm Ladentisch entworfenes Erstlingswerk von Harvey Keitel protegiert wurde. Es war jedoch auch clever konzipiert – und als minimalistisches Gangsterkammerspiel voller knackiger Rollen für wagemutige Charakterdarsteller auf Kleinbudget getrimmt. Mit seiner enzyklopädischen Genrekenntnis machte der ehrgeizige Anfänger das beste aus diesen Zutaten. Der Rest ist Filmgeschichte.

 

Too Much Johnson

Von Orson Welles, 1938
Zu sehen auf der Webseite des George Eastman Museum

Sie dachten, das Regiedebüt von Orson Welles sei „Citizen Kane“? Stimmt eh. Aber schon 1938 stellte das jüngst im Oscar-Favoriten „Mank“ sanft vom Genie–Sockel geschobene Wunderkind sein filmisches Talent unter Beweis, mit der Leinwandergänzung einer Aufführung seiner „Mercury Theatre“-Truppe. Wo „Mank“ die Ästhetik der 1940er imitiert, ahmt „Too Much Johnson“ augenzwinkernd Stummfilmkomik aus den 1910ern nach. Eine irrwitzige Retro–Reise über die (realen) Dächer von New York. Vorbildlich restauriert, wurde das rezente Fundstück diesen März vom George Eastman Museum kostenfrei online gestellt, versehen mit Klavierbegleitung und einem informativen Kommentar.

Alien 3

Von David Fincher, 1992
Zu sehen auf Netflix und Amazon

Wenn wir schon bei „Mank“ sind: Auch dessen Schöpfer David Fincher musste sich seine Hollywood-Sporen trotz Nimbus als Musikvideomeister hart verdienen. Sein Debüt war eine Fortsetzung der „Alien“–Reihe, deren finstere Sci-Fi-Vision zu Knatsch mit den Produzenten führte. Der mittlerweile Arrivierte blickt ungern auf seinen Einstand zurück, doch manche zählen das Düsterstück zu seinen besten Arbeiten.

Tempo

Von Stefan Ruzowitzky, 1996
Zu sehen im Kino VOD Club (4,90€)

Fast & Furious mit Radl: Im jugendlich beschwingten Debüt Stefan Ruzowitzkys flitzt Xaver Hutter tagträumend durch Wien und findet die Liebe. Ein aufgedrehter Kino–Rave lange vor hehren Oscar–Weihen.

Water Lilies

Von Céline Sciamma, 2007
Zu sehen auf Mubi

Nicht nur von sich machte Céline Sciamma mit ihrem ersten Langfilm „Water Lilies“ reden. Auch die längst zum Kunstfilmstar avancierte Adèle Haenel sorgte darin mit ihrer Darstellung einer frühreifen Synchronschwimmerin für Aufsehen. Im Keim zeichnet die amourös angehauchte Freundschaft ihrer Figur mit einem einsamen Mauerblümchen bereits die Liebesgeschichte in Sciammas späterem Durchbruch „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ vor. Wobei sich die Regie schon hier stilsicher zeigt.

She's Gotta Have It

Von Spike Lee, 1986
Zu sehen auf Netflix

Falls das Cannes-Filmfestival heuer stattfindet, hat Spike Lee den Juryvorsitz inne. 1986 erhielt er in Frankreich einen Jugendpreis für sein Langfilmdebüt, in dem er selbst mitspielte: Als flegelhafter Freier eines selbstbewussten Models, das sich nicht zwischen drei Liebhabern entscheiden kann. Lees politischer Furor züngelt hier noch auf Sparflamme, doch seine Lust am Plakativen (und an Jazz) bricht sich schon Bahn. 2017 drehte er eine Serienfortsetzung.

 

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