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Lockdown-Ende

Das Burgenland sperrt wieder auf

APA/HERBERT PFARRHOFER
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Neben dem Handel, den Schulen und den körpernahen Dienstleistern ist auch der Museums- und Bücherei-Besuch wieder gestattet.

Einkaufen, zum Friseur und in die Schule - das Burgenland beendet heute, Montag, den „harten“ Lockdown. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat den Öffnungsschritt nach der Osterruhe vergangenen Mittwoch verkündet. Neben dem Handel, den Bildungseinrichtungen und den körpernahen Dienstleistern ist auch der Museums- und Bücherei-Besuch wieder gestattet.

Anders als im benachbarten Niederösterreich oder der Bundeshauptstadt ist es im Burgenland nun wieder möglich, shoppen zu gehen. Ob sich unter die Einkäufer beispielsweise auch Niederösterreicher mischen, das wird die Polizei rund um Einkaufszentren verstärkt kontrollieren. Dann gilt es für die Angehaltenen, glaubhaft zu machen, dass sie berechtigt unterwegs sind - also etwa nur auf dem Weg zum Lebensmittelgeschäft.

Polizeikontrolle vor dem Shopping

Der Andrang zu den Geschäften hielt sich am Montagvormittag in Eisenstadt zwar in Grenzen, einige nutzten dennoch die Möglichkeit zum Bummeln. Mit dem Lockdown-Ende haben am Montag auch wieder die Geschäfte im Designer Outlet Parndorf geöffnet. Allerdings nicht für alle, denn erlaubt war dies nur den Einheimischen. Den Polizisten gingen bei der Kontrolle Montagfrüh auch ein paar Auswärtige ins Netz, sie mussten unverrichteter Dinge wieder umkehren.

Kalt und sehr windig war es, als sich die Exekutive gleich bei der Einfahrt zum Shoppingcenter postierte und alle Fahrzeuge mit nicht-burgenländischen Kennzeichen anhielt. Fahrer mit beispielsweise EU, ND, MA auf der Nummerntafel wurden durchgewunken. Alle anderen mussten sich rechtfertigen: "Morgen, was ist der Grund für Ihren Aufenthalt?", fragte ein Polizist die Lenkerin in einem Auto mit Wiener Kennzeichen. Sie wollte Kosmetika kaufen, betonte, dass sie allein im Fahrzeug unterwegs sei und einen negativen PCR-Test dabei hat. Der verhalf ihr aber auch nicht zum gewünschten Shoppingerlebnis. Sie musste, wenn auch sehr widerwillig, die Rückfahrt in die Bundeshauptstadt antreten. Eine Anzeige setzte es noch nicht.

Polizei-Sprecher Helmut Marban erklärte, dass die Polizei zunächst auf Dialog setzt und geht davon aus, dass die Bevölkerung aufgrund der jüngsten Medienberichte sehr diszipliniert sei. Im ganzen Burgenland werden in den nächsten Tagen verstärkt Kontrollen zur Einhaltung der Covid-19-Maßnahmen durchgeführt. Bei den Einkaufszentren in Parndorf, Oberwart und Mattersburg gilt außerdem auch im Außenbereich eine Maskenpflicht.

Zurück zur Polizeikontrolle an der Einfahrtstraße in Parndorf: Die meisten auswärtigen Kennzeichen stammten aus Ungarn - es handelte sich um Beschäftigte in den Shops des Centers. Diese waren vorbereitet und konnten sofort eine ausgedruckte Arbeitsbestätigung vorweisen. Die Polizisten prüften den Namen darauf und einen Ausweis und ließen die Angestellten gleich weiterfahren.

Aufgefallen ist ein Ukrainer, der von den Bestimmungen gar nichts wusste. Zwar holte auch er eine negative Testbestätigung aus der Tasche, einkaufen war aber auch ihm nicht erlaubt, der Mann wurde sofort wieder auf die Ausfahrtsstraße geschickt. Ebenso ein ägyptischer Pilot, der mit einem Mietauto aus der Slowakei angereist war - zum geplanten T-Shirt-Kauf, wie er freimütig erzählte.

Kritik an den Kontrollen übte FPÖ-Klubchef Herbert Kickl. In einer Aussendung forderte er von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), diese sofort zu stoppen, denn dieser habe "das Visier wieder einmal völlig falsch eingestellt": "Österreicher werden wie Schwerverbrecher behandelt, illegale Migranten werden geradezu hofiert", so Kickl.

Testregionen im Norden

Doskozil gab außerdem das Ziel aus, dass wöchentlich 300.000 Tests gemacht werden. Neben beaufsichtigten Selbsttests in Betrieben, den Nasenbohr-Tests in den Schulen und den freiwilligen Lollipop-Tests für die Kleinsten gibt es in Parndorf und Neusiedl am See eine Testregion, in der der Öffnungsschritt wissenschaftlich begleitet wird.

Kritik an Doskozils Entscheidung, aus dem Ost-Lockdown auszuscheren, übte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner am Wochenende in der "ZiB2“, und auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zeigte sich im Ö1-"Mittagsjournal“ am Samstag nicht erfreut. Jeder trage die Verantwortung für sein Bundesland, meinte er: "Ich habe mich für einen anderen Weg entschieden, weil mir die Gesundheit der Menschen das Wichtigste ist."

 

 

(APA/Red.)